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><channel><title>McSeven - primus esse delectat &#187; Medienkritik</title> <atom:link href="http://www.mcseven.me/category/medienkritik/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" /><link>http://www.mcseven.me</link> <description>ey Mac, working hardly or hardly working?</description> <lastBuildDate>Mon, 19 Dec 2011 15:19:37 +0000</lastBuildDate> <language>en</language> <sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod> <sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency> <generator>http://wordpress.org/?v=3.3.1</generator> <item><title>Smart Metering: Kinders, geht einpacken!</title><link>http://www.mcseven.me/2011/11/smart-metering-kinders-geht-einpacken/</link> <comments>http://www.mcseven.me/2011/11/smart-metering-kinders-geht-einpacken/#comments</comments> <pubDate>Tue, 01 Nov 2011 19:11:52 +0000</pubDate> <dc:creator>McSeven</dc:creator> <category><![CDATA[Medienkritik]]></category> <category><![CDATA[Politik]]></category> <category><![CDATA[Atomkraft]]></category> <category><![CDATA[Regenerative Energie]]></category> <category><![CDATA[Smart Meter]]></category><guid
isPermaLink="false">http://www.mcseven.me/?p=1309</guid> <description><![CDATA[Vorwort Länger schon hat&#8217;s hier keinen neuen Artikel gegeben, es lebe die Sommerpause. Zeit wird&#8217;s, sich einmal mit einem neuen Thema zu beschäftigen, und dank des interessanten Arbeitsumfeldes fiel die Wahl auf einen Komplex der Energiebranche. Seit geraumer Zeit ist der Begriff des Smart Metering, insbesondere durch die &#8220;intelligenten&#8221; Stromzähler, in Mancher Munde. Sollen mit [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<h1>Vorwort</h1><p>Länger schon hat&#8217;s hier keinen neuen Artikel gegeben, es lebe die Sommerpause. Zeit wird&#8217;s, sich einmal mit einem neuen Thema zu beschäftigen, und dank des interessanten Arbeitsumfeldes fiel die Wahl auf einen Komplex der Energiebranche.</p><p>Seit geraumer Zeit ist der Begriff des <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/Intelligenter_Z%C3%A4hler" target="_blank">Smart Metering</a>, insbesondere durch die &#8220;intelligenten&#8221; Stromzähler, in Mancher Munde. Sollen mit diesen neuen Zählern im Haushalt doch Strom- und Gasverbrauch zunächst einmal übersichtlich nach Tageszeit und später, sofern die Technik mitspielt, auch nach Gerät im Haushalt (durch Messung der <a
href="http://en.wikipedia.org/wiki/Counter-electromotive_force" target="_blank">Back-EMF</a> und Aufbau eines charakteristischen Frequenzprofils) aufgezeichnet und dagestellt werden, so könnten in einer weiteren Schritt diese auch an den Energielieferanten zur Auswertung weitergereicht werden.</p><p>Bis hierhin eventuell nur ein Nice-To-Have,  vor allem, wenn der Endkunde den Krempel zahlen müßte, so gewinnt diese Technik doch an Bedeutung, wenn man unseren vier großen Stromern Glauben schenken mag. Die haben sich nämlich ein paar super Anwendungsfelder und -Fälle für obige Technik aus den Fingern gesaugt.</p><p>Doch halt, worum geht es?</p><h1>Hintergrund</h1><p>Nun, zunächst einmal scheint der regenerative Anteil an der <em>Stromerzeugung</em> (nicht Energieverbrauch insgesamt!) stets zu steigen. Er ist zwar immer noch gering, aber am wachsen. Natürlich eine gute Sache, ist in diesem Falle doch die Sonne der Energielieferant, der wohl noch ein bißchen länger liefern wird als Uranminen im Ausland ihr rohes Erz preisgeben.</p><p>Die Sache hat einen winzigen Nachteil (glaubt man den vier Größen&#8230;Großen), denn regenerative Stromerzeugung  sei unberechenbar:</p><ul><li>Strom aus Solarzellen gibt&#8217;s überhaupt nur bei Tag und Sonnenschein.</li><li>Strom aus Wind kommt vollkommen ungelegen, eventuell auch nachts um 3.</li><li>Strom Wasserkraft scheint verläßlicher zu sein, sie nimmt den größten Anteil ein.</li><li>Und bei Biogasanlagen (&#8220;Biomasse&#8221;) scheint es keine belastbaren Angaben zu geben.</li></ul><p>Der geübte Leser wird feststellen, dass eigentlich nur die wind-basierte Stromerzeugung gewisse Ausfallrisiken birgt, Daten über die Konstanz der Stromlieferung von Windanlagen (die größten stehen in unseren See-Küstenbereichen, wohlbemerkt) habe ich keine gefunden. Daten über die Anteile der jeweiligen Erzeugungsarten schon (<a
href="http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Publikationen/Fachveroeffentlichungen/Internationales/FaltblattErneuerbareEnergien0040003119001,property=file.pdf" target="_blank">Link</a>, sehr interessante Lektüre übrigens auch so).</p><p>Nachdem nun die aktuelle Bundesregierung einen Kernenergie-Ausstieg vom Ausstieg und dessen Ausstieg (oder so ähnlich) mit sich selbst vereinbart hatte (*kewl* by the way, Frau Merkel im Gespräch mit sich selbst, das würd&#8217; ich wirklich gerne sehen =) ), malte man schnell den Teufel der überlasteten Netze und der ungenügenden Stromversorgung an die Wand. Wie schon im anderen Artikel zum Thema Kernenergie diskutiert, ist zumindest das Argument der fehlenden Stromversorgung kein wirkliches.</p><p>Und schaut man einmal auf <a
href="https://www-genesis.destatis.de/genesis/online/logon?language=de&amp;sequenz=tabelleErgebnis&amp;selectionname=43331-0001" target="_blank">diese Tabelle</a>, so wird einem Angst und Bange (oder man nimmt es als Motivation, EON-Aktien zu kaufen). Von 2008 auf 2009 knapp 10% weniger GWh Strom abgesetzt und den Erlös (meine Interpretation: &#8220;Gewinn&#8221;) um 10% erhöht im Schnitt&#8230; Soviel zum Thema Entmonopolisieren. Egal, darum geht&#8217;s nicht.</p><p>Das Thema ist ein anderes: Ein paar schlaue Herren sind auf die Idee gekommen, doch innerhäusliche Verbraucher genau dann einzuschalten, wenn grade viel Strom verfügbar ist, in den Medien: Wenn gerade Wind weht (siehe oben), in den Köpfen: Wenn wir ihn gerade billig einkaufen können als Reststrommenge.</p><p>Dafür ist die Kooperation der Endverbaucher nötig: Sie müssen einen kompatiblen Energiezähler anschaffen und Geräte (oder Steckdosen), die sich entsprechend schalten lassen. Geködert werden im wahrsten Sinne des Wortes sollen sie durch eine &#8220;Ersparnis&#8221; auf der jährlichen Stromrechnung. Der Energieversorger also teilt den Verbrauchern mit, wann Strom günstig ist, und z.B. Kühlschränke nutzen dann den preiswerteren Tarif.</p><p>Vorteile:</p><ul><li>Netze werden entlastet und müssen noch nicht ausgebaut werden</li><li>Verbraucher zahlen weniger</li></ul><p>Nachteile:</p><ul><li>Anschaffung bleibt großteils beim Verbraucher hängen (vor allem bei Nachrüstung)</li><li>Gläserner Kunde: Im Prinzip könnte der Energielieferant für jeden Kunden automatisch individuelle Tarife erstellen, die -ein Schelm wer Böses denkt- entsprechend dem Lastprofil eines Anwesens maximalen Gewinn versprechen.</li><li>Preisanpassung nach oben bei Überlastung des Gesamtnetzes.</li><li>Benachteiligung von Familien und älteren Menschen (diese Personengruppe wäscht eher nicht um 3 in der Nacht).</li></ul><h1>Beispiel-Rechnung</h1><p>Dann laßt uns einmal rechnen, was ein End-Verbraucher heute so sparen kann.</p><h2>Geräte</h2><p>Nehmen wir einmal an, in einem Haushalt existieren die folgenden modernen Geräte:</p><ul><li>Waschmaschine (6kg): verbraucht 1,02 kWh pro Waschgang, 224,4 kWh geschätzt im Jahr für 220 Waschgänge (<a
href="http://www.stromverbrauchinfo.de/stromverbrauch-waschmaschinen.php" target="_blank">Quelle</a>)</li><li>Kühl-/Gefrierkombination (A++, 200l):  250 kWh geschätzt im Jahr (<a
href="http://www.clever.de/ratgeber/stromkosten-kuehlschrank_00145.php" target="_blank">Quelle</a>)</li><li>Spülmaschine (A++): 1,2 kWh pro Spülgang, 264 kWh geschätzt im Jahr für 220 Waschgänge (<a
href="http://www.clever.de/ratgeber/stromkosten-geschirrspueler_00139.php" target="_blank">Quelle</a>)</li></ul><p>Damit erhalten wir 224,4 + 250 + 264 = 738,4 kWh pro Jahr an Verbrauch für diese Geräte.</p><h2>Ersparnis</h2><p>Nehmen wir weiterhin an, für eine ausreichende Motivation zum dynamischen Starten der jeweiligen Vorgänge (Waschen, Kühlen, Spülen) möchte das Energieunternehmen mit Preisreduktion auf die jeweilige Kilowattstunde sorgen und nehmen wir an, jedes Gerät von oben beachtet immer die aktuellen Einschaltphasen mit dem günstigen Strom. Lassen wir somit die Ersparnis bei 5 cent = 0,05 EUR pro kWh liegen.</p><p>Mit unserer obigen Rechnung erhalten wir eine <strong>Ersparnis</strong> von ganzen 738,4 * 0,05 EUR = <strong>36,92 EUR pro Jahr</strong>.</p><h2>Kosten</h2><p>Nun gibt&#8217;s diese Smart Meter nicht umsonst. Die Stadtwerke Bochum etwa <a
href="http://www.stadtwerke-bochum.de/index/privatkunden/strom/smart_meter.html" target="_blank">wollen</a> dafür einmalig 99,00 EUR + ~5,00 EUR/Monat (60 EUR / Jahr) bekommen. Ganz zu schweigen davon, dass man damit nur den Verbrauch sehen kann, von Ein-/Ausschalten ist hier noch nicht die Rede.</p><h2>Kinders, einpacken!</h2><ul><li>Die Bereitschaft einzuschätzen der Menschen, sich neue Technik nur aufgrund dieser Peanuts anzuschaffen, überlasse ich dem geschätzten Leser.</li><li>60 EUR Kosten pro Jahr und 36 EUR Ersparnis: -.- (Kein Kommentar).</li><li>5 cent / kWh an Preis-Reduktion erscheint mir sehr unrealistisch hoch.</li><li>Geräte verbrauchen ja <strong>nicht weniger</strong>, der Verbrauch wird nur ein <strong>bißchen günstiger</strong>.</li></ul><h1>Fazit</h1><p>Ganz ehrlich: Die vorige Rechnung sollte eindrucksvoll demonstriert haben, daß das Argument dem Sparen absolute Augenwischerei ist und sich für einen Großteil der Bevölkerung nicht wirklich rechnet. Und ob wirklich alle Hersteller von Elektrogeräten einmal mitziehen werden und Remote-Controls in ihre Teile montieren, das sei einmal dahingestellt.</p><p>Meiner Meinung nach läuft es wieder auf das alte Engineering-Lemma zurück: Schritt <strong>eins</strong> einer <strong>jeden Lösung</strong> ist das <strong>Erkennen des Problems</strong> oder der Fragestellung. Ich frage in den Raum: Welches Problem haben wir eigentlich derzeit beim Endverbraucher, das es zu lösen gilt?!</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.mcseven.me/2011/11/smart-metering-kinders-geht-einpacken/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>App Stores: A Failure by Design?</title><link>http://www.mcseven.me/2011/03/app-stores-a-failure-by-design/</link> <comments>http://www.mcseven.me/2011/03/app-stores-a-failure-by-design/#comments</comments> <pubDate>Tue, 22 Mar 2011 15:30:44 +0000</pubDate> <dc:creator>McSeven</dc:creator> <category><![CDATA[Medienkritik]]></category> <category><![CDATA[Webtechniken]]></category><guid
isPermaLink="false">http://www.mcseven.me/?p=1194</guid> <description><![CDATA[Vorwort Eine rege und hitzige Diskussion entspann sich gestern wieder mit einigen Kollegen (danke an Thomas Stibor und Jonas Pfoh, immer ein Vergnügen ) vom Lehrstuhl; es ging um Sinn und Erfolg von mobilen Marketing-Plattformen (&#8220;AppStore&#8221;, &#8220;Market&#8221;). Meine provokante These, dass die Markets eben mit Nichten die Erwartungen Ihrer Anbieter erfüllen, wurde vehement versucht zu [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<h1>Vorwort</h1><p>Eine rege und hitzige Diskussion entspann sich gestern wieder mit einigen Kollegen (danke an Thomas Stibor und Jonas Pfoh, immer ein Vergnügen <img
src='http://www.mcseven.me/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> ) vom Lehrstuhl; es ging um Sinn und Erfolg von mobilen Marketing-Plattformen (&#8220;AppStore&#8221;, &#8220;Market&#8221;). Meine provokante These, dass die Markets eben mit Nichten die Erwartungen Ihrer Anbieter erfüllen, wurde vehement versucht zu entkräften mit im Wesentlichen Hören-Sagen- Aussagen, oder &#8220;ist doch klar, dass&#8230;&#8221;; robuste Argumente konnte keine Seite vorbringen.</p><p>Zeit, das zu ändern und zumindest den Erfolg der reinen App-Geschichte infrage zu stellen.</p><h1>Thema</h1><p>Punkt ist einfach, dass ich nirgendwo eine detailierte Statistik gefunden habe, in der die Einnahmen der Markets / Stores aufgelistet werden, schön säuberlich nach Kategorie, Land und Betrag. Im Gegenteil: Jahresberichte von Apple und Co sprechen immer nur von einem Gesamtergebnis (&#8220;Income from Operations&#8221;). Eine Aufschlüsselung in Geschäftsbereiche fehlt vollkommen.</p><p>Oh, selbstverständlich: Steve&#8217;s offizielle Aussagen sprechen von augenwischenden 100-Millionen von Downloads. Was er und seine Kollegen verschweigen, sind eine Reihe von <a
href="http://www.pcworld.com/businesscenter/article/183141/app_store_statistics_as_misleading_as_they_are_impressive.html" target="_blank">wichtigen Dingen</a> und Fragen:</p><ul><li>Wieviele der Downloads sind bezahlte Applikationen?</li><li>Wieviel Geld nimmt der Store an sich ein und wieviel muß der Anbieter an die Entwickler auszahlen?</li><li>Wieviele Applikationen bleiben nach dem Download noch in Benutzung?</li></ul><p>Es gibt Indizien dafür, dass das reine Geschäft mit bezahlten mobilen Anwendungen einfach keines ist, zumindest nicht außerhalb der USA. Aus <a
href="http://www.appleinsider.com/articles/09/02/19/iphone_app_usage_declining_rapidly_after_first_downloads.html" target="_blank">dieser Quelle</a>, die auch sonst absolut lesenswert ist:</p><p><cite>Yardley also took on a question developers often face: whether to charge  for an app or use a free, ad-supported model.  He noted that paid apps  are used slightly more than free ones and for slightly longer periods.   In his findings, very few apps can succeed with ad support.  The number  of views just isn&#8217;t there.</cite></p><p>Dann stellt sich die Frage, wie überhaupt bezahlt werden soll: Im Android Market mit Google-Checkout (wer bitte hat schon eine Kreditkarte?), bei Apple ist&#8217;s der iTunes-Account, auch der will eingerichtet sein, selbiges bei Microsoft mit einem Hotmail-Account. Am ehesten erscheint mir noch iTunes USA als System, bei dem auf die Telefonrechnung gebucht werden kann, am tragbarsten. Ist in DE wahrscheinlich in 10 Jahren noch nicht möglich.</p><p>Für den Android-Markt sehen wir ganz deutlich aus <a
href="http://www.androlib.com/appstats.aspx" target="_blank">dieser Quelle</a>, dass es keine 100 bezahlten Apps gibt, die wirklich erfolgreich im Sinne von mehr als 50 000 Downloads sind. Dem gegenüber stehen über 2000 kostenlose/werbefinanzierte Applikationen, die mehr als 250 000 Downloads aufweisen können.</p><p>Zudem bemühen sich die Firmen Apple und Google, eben weitere GEschäftfelder zu eröffnen: Bezahlte Abo&#8217;s in etwa, die man in Applikationen vertreiben kann. Wie dämlich ist das denn? Der Verlag müßte doch nur eine brauchbare mobile Webseite anbieten, wozu brauchen die ne App dafür?</p><p>Dann wäre eine Frage, auf welche Märkte sich die Statistiken beziehen. Ich habe bei der Werbungsfirma AdMob in diesem <a
href="http://metrics.admob.com/wp-content/uploads/2010/06/May-2010-AdMob-Mobile-Metrics-Highlights.pdf" target="_blank">PDF</a> auf Seite 4 eine interessante Grafik gefunden. Deutschland spielte letztes Jahr noch gar keine Rolle. Auf Seite 11 ist übrigens klar erkennbar, wie iOS nach und nach Marktanteile an Android verliert, während andere Plattformen nahezu konstant bleiben.</p><p>Die sehr interessante Frage, wieviel Geld ein durchschnittlicher Benutzer eigentlich monatlich für Apps ausgibt, sollte eigentlich auf Seite 25 beantwortet werden, leider fehlen eben wichtige Angaben; die Folie ist unbrauchbar: Bei der i* Zeile fehlt die zeitliche Angabe, bei Android die finanzielle.</p><p>Auch vermischt die Studie Angaben über automatisch durch das AbMob Netzwerk gewonnene Erkenntnisse mit denen, die durch eine Umfrage ermittelt wurden. Schade.</p><h1>Fazit</h1><p>Ich kann leider nicht mit belastbaren Zahlen aufwarten, sondern nur von den obigen Indizien zehren: App-Stores ohne Zusatzeinkommen durch weiteren Content und Werbung rentieren sich hinten und vorne nicht im Vergleich mit anderen Einnahmequellen der Unternehmen (Hardware, andere Dienste und Dienstleistungen und vor allem Werbeverkäufe).</p><p>Spannend zu untersuchen und damit sicher unmöglich herauszufinden wäre nun, wieviel die Werbung zumindest in Free-Apps eigentlich bringt, d.h. wieviele Views wirklich zu Klicks werden und wieviele Klicks der werbenden Firma tatsächlich Umsatz bescheren.</p><p>Auch das Verhalten mit AdBlockern auf mobilen Geräten und auf dem Desktop-PC wäre zu untersuchen, inzwischen sind die so intelligent, dass sie die Werbung laden, aber nicht anzeigen. Damit haben auch die raffiniertesten serverseitigen Methoden keine Chance mehr, was ich persönlich sehr gut finde.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.mcseven.me/2011/03/app-stores-a-failure-by-design/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>1</slash:comments> </item> <item><title>Neuer Personalausweis (nPA): Dagegen! [Update]</title><link>http://www.mcseven.me/2010/10/neuer-personalausweis-npa-dagegen/</link> <comments>http://www.mcseven.me/2010/10/neuer-personalausweis-npa-dagegen/#comments</comments> <pubDate>Fri, 29 Oct 2010 15:18:43 +0000</pubDate> <dc:creator>McSeven</dc:creator> <category><![CDATA[Medienkritik]]></category> <category><![CDATA[Politik]]></category> <category><![CDATA[Elektronischer Personalausweis]]></category> <category><![CDATA[ePA]]></category> <category><![CDATA[neuer Personalausweis]]></category> <category><![CDATA[nPA]]></category><guid
isPermaLink="false">http://www.mcseven.me/?p=1095</guid> <description><![CDATA[Der Artikel eröffnet mit Erlebnissen bei der Beantragung eines alten herkömmlichen Ausweises kurz vor Ende der Frist, zeigt den Nutzen des neuen Ausweises auf und gibt abschließend Auskunft über Schwachstellen und mögliche Angriffe auf das System "neuer Personalausweis".]]></description> <content:encoded><![CDATA[<h1>Vorwort</h1><p>Man hat&#8217;s nicht leicht, aber leicht hat&#8217;s einen. Noch dazu, wenn man mit (sehr netten) Kollegen und Kolleginnen eines Lehrstuhls zum Mittagessen geht, die an einem Lehrstuhl für IT-Security arbeiten und sich dabei eine hitzige Diskussion über das Thema entspannt. Ich hatte schon einmal einen Artikel erstellt, inzwischen hat sich mehr Agrumentation zum bisherigen Inhalt hinzugesellt. Here goes&#8230;</p><h1>Neuer alter Ausweis.</h1><p>Ich muss dazu etwas ausholen. Schon länger habe ich vor, den neuen Ausweis kategorisch abzulehnen, wir kommen dazu später. Weil ein Ausweis nicht verlängert, sondern nur erneuert werden kann, wollte ich gestern also einen neuen (alten) Ausweis beantragen.</p><p>Laut <a
href="http://www.muenchen.de/Rathaus/kvr/buergbuero/persdok/118288/personaldokumente_personalausweis.html">Webseite</a> ist das in jedem Bürgerbüro, so auch in der Forstenrieder Allee 61a von 7:30 bis 12:00 Uhr möglich. Umso größer war meine Überraschung, als mir bereits eine lange Warteschlange aus dr Tür heraus entgegenstand. Beim Ziehen der Nummer teilte mir eine gestreßte Mitarbeiterin des Amtes mit, dass sie gerade Computerprobleme hätten und ich deswegen, so ich denn noch einen alten neuen Ausweis zu beantragen wünschte, ich (Achtung: Zitat, wie ich es in Erinnerung habe) &#8220;[...] auf eigenes Risiko hier warten kann [...]&#8221; oder &#8220;[...] auf gut Glück morgen wieder kommen kann.&#8221;</p><p>Das mit einem treuherzigen Blick vor- und an mich herangetragen, hat mir schon <strong>so</strong> einen Hals verschafft. Als nach 10 Minuten absehbar war, dass sich nichts ändern wird an der Wartesituation und es laut Auskunft der Dame genauso in allen anderen Bürgerbüros zugeht, ist mir der Kragen geplatzt. Bequemerweise konnte man den Antrag noch nicht einmal per Hand ausfüllen, &#8220;der Computer druckt den aus&#8221;. Als ob das mein Problem wäre.</p><p>Zwei Dinge sind danach passiert.</p><p>Ich habe einen Tobsuchtsanfall in diesem Laden bekommen und lautstark Erklärungen verlangt. Von den anderen Wartenden hat&#8217;s keinen interessiert. Wie Schlachtvieh (bitte das zu entschuldigen, ich kriege da jetzt noch die Kitzwut drüber) saß oder stand man in dem Büro, &#8220;jo mei, des is hoida so, do komma a nix mochat, dös is hoid die moderne dechnig&#8221;, und tat nichts. Zur Entschuldigung darf noch nicht einmal gelten, dass das Durchschnittsalter der Wartenden bei ca. 60 Jahren lag. Grausam, so etwas mit ansehen zu müssen.</p><p>Offenbar zeigt Lautstärke Wirkung: Der Chef des Ladens nahm sich meiner an. Erst hat er&#8217;s in coram publicum versucht, ging aber schief, gewachsen war mir diese unangenehme Type nicht. Dann bat er mich vor die Tür, und meinte, er hätte einen Termin mit dem Abteilungsleiter des Sachgebietes 5 in der Ruppertstraße im KVR für mich vereinbart. Ich möge direkt bei dem vorstellig werden, dort würde mir ohne Wartezeit geholfen. So war es dann auch, außer, dass ich dennoch eine Nummer ziehen mußte. Wartezeit: 10 Minuten.</p><p>Geht doch.</p><p><span
style="color: #ff0000;"><strong>UPDATE:</strong></span> Offenbar ist es auch <a
href="http://www.heise.de/newsticker/foren/S-In-Muenchen-werden-Buerger-massiv-bei-der-Antragstellung-schikaniert/forum-188325/msg-19359349/read/" target="_blank">anderen</a> genauso ergangen. Das Argument mit &#8220;Bahn&#8221; und &#8220;Pünktlichkeit&#8221; kommt mir bekannt vor, dem Anschein nach wurden hier Mitarbeiter gezielt auf das Abwimmeln von Antragstellern geschult, und ein anderer Kollege, der es in der Forstenrieder Allee 61a Montags und Dienstags auch schon probiert hat, stieß an diesen Tagen auch schon auf Computerprobleme. Eine riesengroße Sauerei ist das, es wird Zeit, dem Herrn Oberbürgermeister einen Brief zu schreiben!</p><p>Und noch eins, liebe Leser. Die Moral hiervon muss unbedingt sein, sich auf gar keinen Fall etwas gefallen zu lassen. Macht den Mund auf, werdet laut, werdet unbequem. Das funktioniert in Frankreich, und es funktioniert auch hier, wie man sieht.</p><h1>Neuer neuer Ausweis? Nein, danke.</h1><p>Bin ich altmodisch? Ich glaube nicht. Vielleicht etwas konservativ, das ist richtig, dennoch halte ich es für sehr wichtig, ausführlich und detailliert auf das neue System zu schauen und über eventuelle Schwachstellen und mögliche Angriffe zu sprechen. Es existieren einige &#8220;Issues&#8221;, die leider in den Medien aufgrund von mangelnder Sachkenntnis oder anderen Gründen nicht richtig behandelt werden. Es scheint keiner so recht Bescheid zu wissen.</p><p>Die folgenden Ausführen versuche ich so untechnisch wie möglich zu gestalten. Details können Interessierte in den Quellen nachlesen.</p><h1>Proargumente entkräften</h1><p>Zuerst werden wir Pro-Argumente entkräften und danach Kontra geben.</p><h2>Hoheitsfunktion</h2><p>Befürworter führen gerne an, dass der neue Ausweis durch seine Maschinenlesbarkeit eine bessere Unterstützung der Hoheitsfunktion (&#8220;Ausweis noch gültig&#8221;, &#8220;Personenstammdaten&#8221;) bietet, als der alte. Sprich: bei einer Personenkontrolle oder auf dem Amt kann der Beamte schneller auf die Daten des Ausweises zugreifen und diese prüfen.</p><p>Ich halte das Argument für Quatsch:</p><ol><li>Auch der alte Ausweis ist maschinenlesbar, man braucht (im Wesentlichen) nur die Nummer.</li><li>Zum Prüfen der Gültigkeit benötige ich bei beiden Systemen zwingend eine Onlineverbindung zum Herausgeber (auch beim nPA müßte das Terminal die Certificate-Revocation-List, CRL, des jeweiligen Landes prüfen).</li><li>Über diese Online-Verbindung wird beim alten System der Inhalt des Ausweises übertragen (etwa zum Ausfüllen eines Formulares im Amt); das wird derzeit schon praktiziert. Die Dame im KVR mußte nicht meine Daten abtippen vom bisherigen Ausweis, sie hatte sie schon im Rechner vorhanden.</li></ol><p>Fazit: Kein Gewinn hier.</p><h2>Einsparen von Kosten für den Staat</h2><p>Befürworter unterstreichen, dass der Ausweis auf lange Sicht Kosten spart. Kann natürlich sein, nur definieren Sie mir einmal &#8220;lange Sicht&#8221;. Es existieren zwei Argumente dagegen.</p><ol><li>Ich  habe keine Rechnung gesehen, in der der Break-Even errechnet wird.  Gewinn macht das System aus dem Ausweisverkauf, den Einnahmen durch PKI-Verwaltung, Feature-Ein/Ausschalten  auf dem Ausweis und aus eingesparten Personalkosten.<br
/> Die Ausgaben  entstehen durch Rechnerkauf/-Betrieb, Techniker vor Ort, Schulungen der  Anwender, Entwicklung und weitere Posten. Bis die Rechnung nicht  vorliegt, kostet das System den Staat und damit mich nur unnötig und mehr Geld.</li><li>Einige  Features (z.B. Reset der PIN, Ein/Ausschalten der ID-Funktion) kann ich  nur auf dem Amt ändern lassen. Das heißt, dass dafür in jedem Falle  Kapazitäten vorgehalten werden müssen; das Argument des  Personalkostensparens dürfte damit um einiges an Gewicht verlieren.</li></ol><p>Fazit: Nochmal kein Gewinn.</p><h2>Verhindern von Mißbrauch gestohlener Dokumente</h2><p>Auch sagen Befürworter, dass endlich der Mißbrauch von gestohlenen Dokumenten verhindert wird. Aber Moment: Das funktioniert auch schon mit  dem alten Ausweis. Der reguläre Inhaber meldet ihn als vermißt bei der Polizei (&#8220;zur Fahndung ausschreiben&#8221;) und jedes  System in Deutschland meldet, wenn bei einer Kontrolle ein solcher Ausweis online geprüft wird.</p><p>Auch gehören die deutschen Ausweise mit zu den fälschungssichersten des Planeten. Von 2001-2009 sind gerade einmal 495 Urkundendelikte (unter anderem(!) versuchte Fälschungen) in der deutschen Kriminalstatistik verzeichnet (<a
href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/16/070/1607073.pdf" target="_blank">PDF</a>, Seite 1 unten).</p><p>Wir beachten außerdem: Die Zuordnung von Ausweis zu Benutzer bzw. Person geschieht auch beim nPA nur über das Foto, die Fingerabdrücke sind (noch) nicht verpflichtend.</p><p>Fazit: Zum dritten mal kein Gewinn.</p><h1>Kontra geben</h1><p>Nicht alles, was glänzt ist Gold. Im Folgenden möchte ich aus Sicht des Anwenders ein paar Dinge untersuchen, die angeblich einfacher oder überhaupt erst möglich werden, und sie soweit wie möglich entkräften.</p><h2>Komplexität des Systems</h2><p>Neben dem Ausweis muss jeder PC mit einem Leser ausgestattet werden, für Laptops muss ich den dabeihaben.</p><p>Dann muss auf dem Rechner eine Middleware (&#8220;Bürgerclient&#8221;) installiert und gewartet werden. Zwingend nötig ist außerdem ein Antivirenprogramm, ob es dafür BMI Zertifizierungen geben wird, steht noch in den Sternen.</p><p>Ob das System tatsächlich einfach zu bedienen oder zu komplex für den Nicht-IT-ler ist, wird sich zeigen.</p><p>Persönlich halte ich den Vorgang des Herausnehmens des Ausweises, Auflegen, Eintippen der PIN und sofortiges Wegpacken des Ausweises für sehr umständlich. Das kann aber eine Eigenart meinerseits sein.</p><h2>Endanwender ist für IT-Sicherheit verantwortlich</h2><p>Laut Herrn <a
title="Thomas de Maizière" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_de_Maizi%C3%A8re" target="_blank">de Maizière</a> und Gesetz ist der Endanwender dafür veranwortlich, seinen Rechner nach &#8220;dem Stand der Technik&#8221; sicher zu halten. Damit ist auch der Endanwender im Mißbrauchsfalle in der Beweispflicht, die Einhaltung der Sicherheit nachzuweisen.</p><p>Was ist denn mit &#8220;in dubio pro reo&#8221; passiert? Und kann er das überhaupt nachweisen? Wenn ein Virus oder ein Trojaner eindringen konnte, ist sein System trotz Antivirenprogramm überhaupt noch nach dem Stand der Technik gesichert?</p><p>Beweisen Sie das einmal, der Gesetzgeber läßt konkrete Maßnahmen bewußt mit der sehr unscharfen Formulierung &#8220;Stand der Technik&#8221; offen.</p><p>Auch kann hier das Argument angeführt werden, dass vielleicht Informatiker ihre Rechner sauberhalten können, aber Sie glauben doch nicht im Ernst, dass ein aktuelles, signaturbasiertes Antivirenprogramm gegen die Code-Morphing-Viren und -Würmer nur die Spur einer Chance hat? Schwachstellen existieren genug auf modernen Betriebssystemen und deren Anwendungen.</p><p><span
style="color: #ff0000;"><strong>UPDATE:</strong></span> Ein Internetteilnehmer hat es <a
href="http://www.heise.de/newsticker/foren/S-Zweifelsfrei-und-sicher/forum-188426/msg-19368996/read/" target="_blank">auf den Punkt</a> gebracht:</p><blockquote><p>Aber nur wenn der Bürger nicht die vom Bundesinnenministerium gesponserten Billig-Lesegeräte benutzt und/oder 100%ig garantieren kann, dass sein Recher nicht kompromitiert ist. Wenn man letzteres garantieren kann, dann sind aber eigentlich auch alle herkömmlichen Identifikations- und Authentisierungsverfahren sicher. Ganz ohne elektronsichen Ausweis.</p><p>Mit anderen Worten, ob sicher oder nicht liegt weiterhin einzig und allein in der Hand des jeweiligen Bürgers. Die Sicherheitskette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied. Der neue Ausweis verändert daran überhaupt nichts. Außer dass er vielleicht ein trügerisches Gefühl der Sicherheit vermittelt, weil ja die Verantwortlichen immer wieder ein Loblied auf seine absolute Sicherheit singen.</p></blockquote><h2>Anwendungsfälle aus Sicht des Benutzers</h2><p><a
href="http://www.bva.bund.de/DE/Aufgaben/Abt__III/nPA/Vergabestelle/Infoblatt__Vergabestelle,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/Infoblatt_Vergabestelle.pdf" target="_blank">Hier</a> werden eine Reihe von nützlichen Anwendungsfällen beschrieben, für die der nPA Erleichterungen bringen soll.</p><h3>Bürgerkonto</h3><p>Was ist das? Hatte ich bisher nicht, brauche ich das in Zukunft? Ich habe online leider keine Information darüber gefunden, was man sich darunter vorstellen darf.</p><h3>Überprüfung gewerblich Beschäftigter</h3><p>Bedeutet was? In Deutschland ist es z.B. im öffentlichen Dienst nicht gestattet, bei Anstellung den Ausweis von deutschen Staatsbürgern zu verlangen (ausländischen Beschäftigten schon), damit ist dieser Punkt wohl ebenfalls hinfällig, denn Ausländer werden keinen neuen Personalausweis haben (zumindest noch nicht).</p><h3>KFZ An- und Ummeldung</h3><p>Geh bitte. Zum einen mach ich das nur 1x in 5 Jahren, wenn überhaupt, zum zweiten muss ich die Schilder sowieso abholen und drittens kann ich das per Fax oder per Brief auch erledigen.</p><p><strong><span
style="color: #ff0000;">UPDATE:</span></strong> Offenbar ist dafür die Qualifizierte Elektronische Signatur (QES) notwendig, da ein solcher Akt eine rechtsgültige Unterschrift verlangt. Siehe Rechnung unten, wenn ich das zweimal in 10 Jahren mache, kostet mich die gesparte Fahrt zum Amt fast 400 EUR.</p><p>Überhaupt scheint nicht klar zu sein, für welche Vorgänge man welche Funktion des Ausweises benötigt und wie die Prozesse dann ablaufen.</p><h3>Finanzdienstleistung</h3><p>Kontoeröffnung: Siehe oben, Onlineverbindungen etc., gilt für Banken genauso, da benötige ich den neuen Ausweis nicht. Post-Ident funktioniert super und bietet den Vorteil, dass der reguläre Inhaber tatsächlich vorstellig werden muss. Beim nPA kann sich die Bank nie sicher sein, ob der Inhaber auch tatsächlich seine Zustimmung gegeben hat oder ob nicht eine Malware den Auftrag erteilte. Die Funktion QES des nPA ist hierfür übrigens zwingend Voraussetzung.</p><p>Sehr wichtig ist in diesem Zusammenhang zu erwähnen, dass bei Post-Ident <span
style="text-decoration: underline;">neben der Identität</span> auch <span
style="text-decoration: underline;">die Intention</span> des Antragstellers zweifelsfrei feststeht, da er selbst am Schalter vorspricht. Dessen kann ich mir bei einer rein elektronischen Signatur wie beim nPA <em>niemals </em>(!) sicher sein. Denken Sie darüber nach.</p><p>Online-Banking: Halte ich auch für überflüssig. PIN/iTAN funktionieren schon seit mehreren Jahren zuverlässig, die gemeldeten Straftaten<em> in diesem Bereich</em> der Computerkriminalität sind kontinuierlich abnehmend (<a
href="http://www.bka.de/pks/pks2009/startseite.html" target="_blank">PKS Jahrbuch</a>, Grafik auf Seite 236) und selbst Trojaner, die ganze Webseiten emulieren (&#8220;ZeuS&#8221;-Kit), können mit der Vielfalt der Onlinebankingsysteme nicht mehr mithalten. Auch müßte meiner Meinung nach die QES-Funktion für eine Überweisungsbestätigung verwendet werden; jede TAN ist ja im Prinzip rechtlich gesehen ein Unterschriftsersatz.</p><p>Ich bin bereit einzuräumen, dass das Onlinebanking mit der QES-Funktion möglicherweise tatsächlich sicherer als bisher gestaltet werden kann, nur müßten wir dazu vergleichen, wie groß denn der Schaden tatsächlich ist. Anders: Würde es sich für eine Bank lohnen, ihr PIN/TAN-System einzustampfen, um auf dem deutschen Markt das ePA-System zu unterstützen? Ich weiß es nicht.</p><h3>Online-Handel</h3><p>Geschäfte und Firmen sind nicht an Identitäten interessiert sondern an Geld. Bis auf wenige Ausnahmen existiert im Internet in Deutschland das System &#8220;Vorkasse&#8221;. Ich bezahle zuerst, dann erhalte ich die Ware. Was interessiert es also das Geschäft, wer sich wann was bestellt, wenn man einmal vom Nischengeschäft des Online-Sextoy-Handels absieht, das gesetzlich zur Prüfung verpflichtet ist. Aber ehrlich, wie oft bestelle ich mir denn etwas beim Orionversand? Und falls das doch einer macht, muss er seinen Ausweis nur einmal hinschicken, dann ist sein Konto freigeschaltet.</p><p>Ich habe leider keine Zahlen gefunden, Geschäft halten sich mit Betrugsfällen sehr bedeckt. Gefühlt würde ich aber sagen, dass es im besten Interesse des Kunden liegt, seine eigene Adresse einzutippen, ansonsten bekommt er keine Ware für sein Geld.</p><p>Auch müssen die Geschäfte mindestens 10 Jahre lang noch Alternativen zum nPA-Auth bereitstellen; wir werden sehen, ob sich das System durchsetzt. Erfahrungen aus Österreich, die ein ähnliches System (&#8220;Bürgerkarte&#8221;) haben, lassen wenig positives vorausahnen.</p><p>Ob es aus Sicht des Benutzers Sinn macht? Ich glaube nicht, da auch ein zertifiziertes Geschäft auf einmal Schindluder (bezahlte Ware nicht liefern) treiben kann, ohne dass der Benutzer dagegen etwas unternehmen oder das vorher absehen kann. Bewertungssysteme im Internet scheinen sich für die Bewertung der Vertrauernswürdigkeit sehr viel besser zu eignen. Stichwort: Cloud Based Trust.</p><h3>Luftverkehr</h3><p>Verstehe ich nicht. Es gibt den Online-Check-In, und jemand muss auch beim neuen nPA das Foto vergleichen. Beachte: Finger-Biometrie ist optional beim nPA. Damit scheint es hier wenig Vorteile zu geben.</p><h3>Automaten</h3><p>Wohl Kippenautomaten gemeint: Geht mit aktuellem Perso oder Führerschein genauso. Die Hardware für ein nPA-Lesegerät und ein PIN-Pad, damit der Automat auch lesen darf, sowie eine Onlineverbindung, damit er die Gültigkeit noch prüfen kann, erscheint mir ziemlich teuer und damit sinnfrei.</p><h3>Login bei VZ-Netzwerken</h3><p>Muhar. Funktioniert von daheim aus sehr gut, richtig. Dann ist der VZ-aktive Mensch unterwegs, und dann? Im Hotel in Österreich -hups- da hat&#8217;s keinen Leser mehr, und wir bleiben doch bei User/Passwort. Meine Güte, wie <em>blauäugig</em> kann man denn sein?</p><h2>Personenprofile</h2><p>Gesetzt, dass jeder Anbieter in Deutschland auf den neuen Ausweis setzt und ausschließlich dessen Daten zuläßt, so ergibt sich eine sehr einfach Möglichkeit, ein vollständiges Personenprofil zu erstellen. Insbesondere in Cloud- oder Hosted-Services wird es im Datenspeicher sehr einfach sein, genau nach Name, Vorname und z.B. Geburtsdatum zu suchen. Diese werden für eine Identität unter den obigen Voraussetzungen immer gleich sein.</p><p>Der Primärschlüssel einer Identität muss damit nicht mehr eine Nummer sein, wir können mit dem obigen Szenario einfach bestimmte ihrer Attribute zusammenführen und kommen zum gleichen Ergebnis.</p><p>Bisher ist das nicht ohne weiteres möglich, einmal z.B. schreibt man seinen Namen &#8220;ss&#8221;, auf einer anderen Seite mit &#8220;ß&#8221;; hier gibt man seine eine Mail-Adresse ein, auf der nächsten Seite seine andere, eben um dieses Matching zu erschweren.</p><h2>Fernauslese, Profiling</h2><p>Offiziell ist die Reichweite auf wenige cm beschränkt. Ob ich mit leistungsstarken Transceivern und Richtantennen nicht etwas weiterkomme, hat noch keiner widerlegt. Ein <a
href="https://www.bsi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/BSI/ElekAusweise/RFID/Abh_RFID_pdf.pdf?__blob=publicationFile" target="_blank">Papier</a> des BSI beschreibt eine zuverlässige mögliche Reichweite von 2m mit einer entsprechend großen Antenne ohne Signalverarbeitung. Mit entsprechenden DSPs, größerer Sendeleistung und angepaßter Antenne dürften auch größere Reichweiten machbar sein.</p><p>Dennoch wird nicht so einfach möglich sein, ein identifizierendes Datum anonym auszulesen: Die Kommunikation mit jeder der drei Funktionen (Hoheit, eID, QES) des Chips ist über PACE gesichert. Bevor der Chip benutzt werden kann, muss dafür aus der Machine-Readable-Zone (MRZ) aus der aufgedruckten Card Access Number (CAN) ein Sitzungsschlüssel für Ausweis und Lesegerät abgeleitet werden, ansonsten bleibt es bei Low-Level-Antworten der Elektronik auf die Anfragen des Lesegeräts sowie den zugehörigen Initialisierungsparametern des Chips für PACE.</p><p>Jeder Chip im Feld des Lesegeräts benötigt eine eindeutige Nummer zur Kommunikation auf Bitebene, der ePA generiert hierfür bei jeder Sitzung eine zufällige Adresse (&#8220;UID&#8221; laut 14443-Standard, Part 3) und benutzt diese zur Kommunikation mit dem Leser. Die einzige Möglichkeit bestünde damit für Angreifer im Auslesen von zufällig generierten Nummern (UIDs).</p><p>Selbst wenn den offiziellen Stellen die CAN jedes Ausweises bekannt ist, und es ein Richtfunksystem zum Auslesen mehrerer Ausweise gibt, so würde es dennoch nicht möglich sein, zur von einem Ausweis zufällig generierten UID die passende CAN zu finden. Und durchprobieren wird durch PACE ebenfalls verhindert, da jedesmal eine neue initiale Zufallsnummer (Schritt 1 im PACE) erzeugt wird.</p><h2>Umzug</h2><p>Muss ich wie bisher einen Aufkleber mit der neuen Adresse draufpappen lassen und das: Genau. Im Amt. Die gespeicherten Daten werden allerdings elektronisch geändert.</p><h2>Datensicherheit</h2><p>Auch der Ausweis verhindert keinen Datenmißbrauch. Wenn ein Onlineshop seine Datenbank verkauft, guckt der Anwender genauso in die Röhre. Den jeweiligen Käufer wirds freuen: Er kann sich noch auf eine staatlich verbriefte Echtheit der Daten verlassen. Mal schauen, wann das erste Datenleck auftritt.</p><h2>6,53 EUR pro Monat</h2><p>Das Teil ist schweineteuer. Es bleibt ja nicht nur bei den 28,80 (von denen 6,00 € übrigens an die ausstellende Gemeinde <a
href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Bundesinnenminister-Personalausweis-fuer-die-Online-Welt-ist-sicher-1127489.html" target="_blank">gezahlt</a> wird, HALLO?) für die Anschaffung und die 40,00 EUR pro PC für einen Basisleser, der benutzt werden soll, nein, auch für bestimmte Features, die ich aktivieren oder deaktivieren möchte, muss ich als Anwender bezahlen.</p><p>Hier mal ein Rechenbeispiel, sofern man alle Features (eID, QES) nutzen möchte und alle Komponenten 10 Jahre halten:</p><ul><li>28,80 € für den Ausweis.</li><li>155,00 € für einen zugelassenen Klasse-3 Leser mit Display und Tasten.</li><li>600,00 € für das Signatur-Zertifikat für 10 Jahre.</li></ul><p>Macht summa summarum 783,80 € für 10 Jahre, und damit 6,53 € pro Monat, die aller Wahrscheinlichkeit nach an den Hersteller fließen. Mann, was haben wir Kosten gespart.</p><p><strong><span
style="color: #ff0000;">UPDATE:</span></strong> Inzwischen scheinen ein paar mehr Preise durchzusickern. Offenbar muss ein Systembetreiber, der die eID-Funktion nutzen möchte, einen Server (als <em>hosted-service</em>, wohlbemerkt) von <a
href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/AusweisApp-zum-neuen-Personalausweis-ausgeliefert-1128433.html" target="_blank">mieten</a>. Damit löhnt der willige Webshop für den Spaß z.B. beim Anbieter <a
href="http://www.init.de/anlage5274binary.pdf" target="_blank">]init[</a> für einen virtuellen eID-Server:</p><ul><li>7500,00 € Einrichtungsgebühr</li><li>2750,00 € monatliche Betriebsgebühr</li></ul><h1>Angriffe</h1><p>Auch scheinen zumindest <span
style="text-decoration: line-through;">drei</span> zwei Angriffe realistisch durchführbar zu sein, sofern keine Vorkehrungen getroffen wurden.</p><h2>Setzen der PIN</h2><p>Voraussetzungen:</p><ol><li>eID-Funktion aktiviert.</li><li>PIN noch nicht gesetzt.</li></ol><p>Sofern die eID-Funktion aktiviert, aber die zugehörige PIN noch nicht gesetzt ist, kann der Benutzer dies an seinem PC durchführen. Gibt er so seinen Ausweis aus der Hand, setzt der Angreifer die PIN und geht lustig einkaufen. Er hat ja dann Ausweis und PIN. Es reicht eine Verweildauer von wenigen Minuten, um böses anzurichten.</p><p>Zur Lösung dieses Problems wird übrigens das Paßgesetz geändert: Der Ausweis darf nicht mehr aus der Hand gegeben oder kopiert werden, zumindest im Inland.</p><p><strong><span
style="color: #ff0000;">UPDATE:</span></strong> Anscheinend wird es bei von Anfang an aktivierter eID-Funktion nicht möglich sein, die PIN zu setzen, ohne die von der Bundesdruckerei vergebene sogenannte &#8220;Transport-PIN&#8221; zu kennen. Diese wird dem Inhaber per Post zugeschickt. Damit dürfte der beschriebene Angriff nicht mehr möglich sein, da auch bei nachträglich aktivierter eID-Funktion die PIN im Amt gleich vom Benutzer gesetzt werden muß.</p><h2>Gehackter Endanwenderrechner</h2><p>Hierfür existieren vier Voraussetzungen:</p><ol><li>Trojaner auf dem Rechner</li><li>Benutzer hat seine PIN mindestens einmal eingegeben, diese ist dem Trojaner damit bekannt.</li><li>Der Ausweis liegt auf dem Lesegerät.</li><li>Das Lesegerät ist ein einfaches 40-EUR Lesegerät ohne eigenes Keypad.</li></ol><p>Der Angriff geschieht dann wie folgt (Innerhalb weniger Millisekunden, wohlbemerkt):</p><ol><li>Der Trojaner, der volle Kontrolle über das System (Tastatur, Maus, Bildschirm!) hat, bestellt etwas im Internet.</li><li>Das Ausweis-Subsystem fragt den Benutzer &#8220;Bestellung mit diesen Daten ausführen?&#8221;</li><li>Der Trojaner klickt auf den &#8220;OK&#8221;-Knopf.</li><li>Das Ausweis-Subsystem fragt den Benutzer nach seiner PIN.</li><li>Der Trojaner &#8220;tippt&#8221; die gespeicherte PIN ein und bestätigt.</li></ol><p>Die digitale ID paßt, die IP-Adresse paßt, der Ausweis lag auf dem Lesegerät, nun lassen Sie diesen Benutzer mal beweisen, dass er nichts bestellt hat. Selbst als Techniker ist das fast nicht möglich, ohne den Rechner vollständig zu analysieren.</p><p>Und jetzt der Umkehrschluss: Wenn sich die Internetgeschäfte nicht auf die eID-Funktion verlassen können, welchen Wert hat sie dann noch?</p><h2>Manipuliertes öffentliches Terminal</h2><p>Hier funktioniert der Angriff, indem man einerseits per Keypad/Folie die PIN mitliest und auf der anderen Seite ein weiteres Lesegerät in das Terminal einbaut. Zwar kann man die Lesegeräte nicht übereinander montieren, aber man könnte als Angreifer ein Schild anbringen &#8220;Bitte Ausweis nach Verwendung unbedingt hier neben den Leser legen&#8221;, wo der 2. Leser montiert ist. 10% der User würden darauf hereinfallen.</p><p>Damit hat der Angreifer PIN und Ausweis auf einem Lesegerät und kann wiederum die eID-Funktion beliebig ausnutzen. Wie gesagt, es reichen wenige Millisekunden, um eine erfolgreiche Bestellung oder eine andere Onlinefunktion abzusetzen.</p><p>Dass dieser Angriff realistisch ist, sollten die diversen modifizierten Geldautomaten sowie EC-Karten-Terminals in Supermärkten aufzeigen.</p><p><strong><span
style="color: #ff0000;">Update:</span></strong> Unklar ist, ob jedes einzelne 40 EUR Lesegerät sein eigenes Zertifikat besitzt und dieses wie bei der Hoheitsfunktion alle 24h erneuern muss. Falls die eID- und QES-Leser ein generelles Zertifikat erhalten, das nicht zurückgezogen werden kann, kann ich im Prinzip auch die QES-Funktion auf diese Weise mißbrauchen.</p><h1>Fazit</h1><p>Das System hat definitiv Schwachstellen, und bringt zumindest mir persönlich nichts. Ich kann deswegen nur wiederholen: Danke, aber nein Danke.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.mcseven.me/2010/10/neuer-personalausweis-npa-dagegen/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>1</slash:comments> </item> <item><title>Kernkraft &#8211; Fundiertes in Kürze</title><link>http://www.mcseven.me/2010/09/kernkraft-fundiertes-in-kurze/</link> <comments>http://www.mcseven.me/2010/09/kernkraft-fundiertes-in-kurze/#comments</comments> <pubDate>Mon, 27 Sep 2010 06:17:44 +0000</pubDate> <dc:creator>McSeven</dc:creator> <category><![CDATA[Medienkritik]]></category> <category><![CDATA[Politik]]></category> <category><![CDATA[AKW]]></category> <category><![CDATA[Atomkraft]]></category> <category><![CDATA[Erneuerbare Energien]]></category><guid
isPermaLink="false">http://www.mcseven.me/?p=1069</guid> <description><![CDATA[Kernkraft? Nein, danke.]]></description> <content:encoded><![CDATA[<h1>Vorwort</h1><p>Nachdem die Zeit gestern mit einem möglicherweise aufgezwungenen und gekauften Pseudointerview für den Strom aus der Kernenergie zu argumentieren versucht, möchte ich dies zum Anlaß nehmen eine Argumente-Sammlung mit -wo möglich- wissenschaftlichen Belegen und Zahlen aufzustellen.</p><h1>Zeit-Artikel &#8220;Deutschland sollte weitere Atomkraftwerke bauen&#8221;</h1><p>Der erste Teil widmet sich jedoch dem <a
href="http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2010-09/patrick-moore-atomkraft-interview?page=1" target="_blank">Interview</a>, das ich persönlich für  eine bodenlose Frechheit und eine an sachlicher Basis vollkommen  vorbeigeschriebene Abhandlung halte. Glücklicherweise kann der Text dazu dienen, die Benutzung Kernkraft weiter zu entkräften.</p><p>Leider darf ich wohl ganze Absätze nicht zitieren, ohne Obula an die ZEIT ONLINE GmbH zu entrichten, ich beschränke mich auf das Nötigste. Auch sollte man beachten, dass das Interview eventuell auf Englisch geführt wurde und die Übersetzung vielleicht das Gesprochene nicht akkurat wiedergibt.</p><h2>Seite 1</h2><p><cite>Doch nun hat die schwarz-gelbe Koalition richtig entschieden, die deutschen Atomkraftwerke länger laufen zu lassen.</cite></p><p>Gerne, Herr Moore. Nach welchen Kriterien und Maßstäben denn? Bitte ergänzen Sie in Ihrem Artikel &#8220;meiner Meinung nach&#8221; und stellen die Aussage damit in Relation. Sie ist keinesfalls allgemeingültig.</p><p><cite>Die Atomkraftwerke abschalten zu wollen, ist nicht nur unverantwortlich,  wenn man sich die Energieversorgung anschaut. Auch was die Senkung der  Kohlenstoffdioxidemissionen angeht, ist es falsch.</cite></p><p>Worauf Sie hier hinauswollen, ist mir schleierhaft; die Aussage ist so allgemein formuliert, daß geübte Leser sie nur als gezielte Irreführung verstehen können. Lassen Sie mich daher annehmen, Sie meinen den Primärenergieverbrauch. Die <a
href="http://www.ag-energiebilanzen.de" target="_blank">AG Energiebilanzen e.V.</a> listet seit 1997 verschiedene Größen, unter anderem eben den Primärenergieverbrauch in Deutschland, chronologisch auf. Ich hoffe, ich darf die folgende Tabelle zitieren:</p><table
class="articleTable" style="width: 100%;" border="0" cellspacing="2" cellpadding="0"><thead><tr><td
colspan="14">Primärenergieverbrauch (PEV) Deutschlands, in Petajoule (PJ)</td></tr></thead><tbody><tr><td
class="lineLabel">Jahr</td><td>1997</td><td>1998</td><td>1999</td><td>2000</td><td>2001</td><td>2002</td><td>2003</td><td>2004</td><td>2005</td><td>2006</td><td>2007</td><td>2008</td><td>2009</td></tr><tr><td
class="lineLabel">Verbrauch</td><td>14614</td><td>14521</td><td>14323</td><td>14401</td><td>14679</td><td>14427</td><td>14460</td><td>14656</td><td>14465</td><td>14756</td><td>13993</td><td>14062</td><td><strong>13341</strong></td></tr><tr><td
class="lineLabel">% von 1997</td><td>100</td><td><span
style="color: #00aa00;">99,4</span></td><td><span
style="color: #00aa00;">98,0</span></td><td><span
style="color: #00aa00;">98,5</span></td><td><span
style="color: #ff0000;">100,4</span></td><td><span
style="color: #00aa00;">98,7</span></td><td><span
style="color: #00aa00;">98,9</span></td><td><span
style="color: #ff0000;">100,3</span></td><td><span
style="color: #00aa00;">99,0</span></td><td><span
style="color: #ff0000;">101,0</span></td><td><span
style="color: #00aa00;">95,8</span></td><td><span
style="color: #00aa00;">96,2</span></td><td><strong><span
style="color: #00aa00;">91,3</span></strong></td></tr></tbody></table><p><span
style="font-size: x-small;">Stand: 09.03.2010, aus <a
href="http://www.ag-energiebilanzen.de/daten/inhalt1.php" target="_blank">AGEB</a> &#8211; <a
href="http://www.ag-energiebilanzen.de/viewpage.php?idpage=139" target="_blank">Auswertungstabellen zur Energiebilanz</a>, 2009 vorläufige Daten</span></p><p>Unschwer zu erkennen ist, dass der Energieverbrauch gegenüber 1997 im Jahre 2010 um fast 10% zurückgegangen ist, wir können als belegte Aussage diesen Rückgang der Energieerzeugung und damit in gewisser Weise, bei angenommenen konstanten Verlustleistungen und konstanten Im-/Exporten von Sekundärenergie=Strom, des Energieverbrauchs in Deutschland insgesamt festhalten. Später werde ich das weiter verwenden.</p><p><cite>Deutschland hat bereits Milliarden für Wind- und Solarkraft verschwendet. Gelohnt hat es sich kaum.</cite></p><p>Das bringt mich zum kotzen. Was heißt denn hier &#8220;verschwendet&#8221;?! Angaben zu den Investitionskosten konnte ich keine belastbaren finden, wir haben die Milliarden aber zunächst einmal &#8220;ausgegeben&#8221;, bitte.  Ein Teil floß sicher in Pilotprojekte, ein anderer in die Forschung, ein dritter in die Aufklärung und wohl ein vierter in Lobbyarbeit. Und was heißt gelohnt hat es sich kaum? Laut dem Energiemix-Diagramm von 2009:</p><table
class="articleTable" style="width: 100%;" border="0" cellspacing="2" cellpadding="0"><thead><tr
align="center"><td
style="background: #FFF;" width="8%"></td><td
width="10%"><strong>PJ</strong></td><td
width="8%"><div>Öl</div></td><td
width="6%">Gas</td><td
width="7%">Stein</td><td
width="9%">Braun</td><td
width="8%">Kern</td><td
width="9%"><div>Tausch</div></td><td
width="7%">Ern.En.</td></tr></thead><tbody><tr
align="center"><td
class="lineLabel" style="text-align: right;">2009</td><td><div><strong>13341</strong></div></td><td><div>34,7</div></td><td><div>21,8</div></td><td><div>11,0</div></td><td><div>11,3</div></td><td><div>11,0</div></td><td><div>1,3</div></td><td><div>8,9</div></td></tr><tr
align="center"><td
class="lineLabel" style="text-align: right;">2008</td><td><strong>14062 </strong></td><td>34,6</td><td>22,8</td><td>13,2</td><td>11,1</td><td>11,5</td><td>-0,5</td><td>7,3</td></tr><tr
align="center"><td
class="lineLabel" style="text-align: right;">2007</td><td><strong>13842 </strong></td><td>33,8</td><td>22,7</td><td>14,1</td><td>11,7</td><td>11,1</td><td>-0,5</td><td>6,6</td></tr></tbody></table><p><span
style="font-size: x-small;">Stand: 09.03.10, Datenquelle: <a
href="http://www.ag-energiebilanzen.de/daten/inhalt1.php" target="_blank">AGEB</a>; 2009: vorläufige Daten;<br
/> Ern.En. = Anteil aller <a
href="http://www.agenda21-treffpunkt.de/daten/Erneuerbare_Energien.htm">EE</a> am PEV = Summe (Wind + Wasser + SoEE)</span></p><p>haben die erneuerbaren Energien einen steigenden Anteil am Primärenergieverbrauch und damit auch oder hauptsächlich der Stromerzeugung. Da bei der Stromerzeugung  mittels Wind-, Wasser- und Solarenergie kein Heizwert eines Brennstoffes zur Verfügung steht, mußte eine geeignete Methode zur Berechnung der Effizienz gefunden werden: Sie lautet einfach &#8220;100%&#8221;. Eine Windkraftanlage wandelt auf dem Papier somit immer 100% (wohl der maximal möglichen Leistung) in Strom um. Im Vergleich mit anderen Kraftwerkstypen, bei denen der reale Wirkungsgrad in die Berechnung einfließt, sind die EE damit in Statistiken benachteiligt.</p><p>Ganz zu schweigen von dem Wissenzuwachs, den der Standort Deutschland durch die Forschung im Bereich der EE erfahren hat, Herr Moore. Verschwendet wurde hier wenig.</p><p><cite>Deswegen braucht man für jede Wind- oder Solarfarm ein Gaskraftwerk, um  sicherzustellen, dass auch dann Elektrizität produziert wird, wenn der  Wind mal nicht weht und die Sonne nicht scheint.</cite></p><p>Das leuchtet ein: Scheint die Sonne nicht, gibt&#8217;s keinen Solarstrom. Wir müssen deswegen Strom entweder speichern oder anders erzeugen. Aber warum ein russisch befülltes Gaskraftwerk? Ich wäre eher für eines mit Biogasen, Kühe kacken 24/7, damit geht uns der Saft nicht so schnell aus. Spaß beiseite. Biomassekraftwerke haben den weitaus größten Anteil an der Stromerzeugung und sind zu gewissen Teilen sonnenunabhängig [BMWi - Energie in Deutschland (<a
href="http://bmwi.de/BMWi/Navigation/Service/publikationen,did=251954.html" target="_blank">PDF</a>), S17].  Gezeiten- und Wasserkraftwerke haben das Problem nicht. Pumpspeicherkraftwerke könnten Energie zwischenlagern in geeigneten Regionen, Pressluftspeicher werden gerade erforscht und Thermochemische Speicher (Wärme) befinden sich in der Pilotierung.</p><p><cite>In Spanien sieht das anders aus. Hier geht die Wirtschaft an den  erneuerbaren Energien zugrunde. Deswegen hat man sich entschlossen, die  Investitionen zu senken.</cite></p><p>Was für eine Stümperei: Belegen Sie sich bitte mit Zahlen. Wer hat sich wann und wo entschieden die Investitionen zu senken? Zufällig war ich gerade in Spanien, Barcelona. Ich kann Ihnen sagen, dass es nicht die EE sind, an denen die spanische Wirtschaft zugrunde geht, sondern 18% Mehrwertsteuer.</p><p><cite>Es gibt keinen Grund dafür, dass etwa Organisationen wie Greenpeace  fordern, alle Atomkraftwerke abzuschalten.</cite></p><p>Oh, falsch. Es gibt eine Reihe Contra-Gründe. Dazu unten mehr.</p><h2>Seite 2</h2><p>Climax erreichen Buch und Film meist gegen Ende, dieses Interview bildet eine Ausnahme. Die unteren beiden Antworten von Herrn Moore sind meiner Meinung nach an Ignoranz und Unverschämtheit nicht mehr zu überbieten. Leicht fällt es, ihn argumentativ zu widerlegen:</p><p><cite>Der Reaktor war von vornherein fehlerhaft konzipiert.</cite></p><p>Die Unfallberichte sprechen von einer Verkettung von <em>Fehlbedienungen</em> und widrigen Voraussetzungen, und im Wesentlichen von menschlichem Versagen; siehe <em>Ursachen </em>im <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/Katastrophe_von_Tschernobyl#Ursachen" target="_blank">Wikipedia-Artikel</a>. Herr Moore, können Sie persönlich für jeden Reaktorfahrer garantieren? Wie sehen Schulungsprogramme für Notfälle, Störfälle oder sonstige ungewöhnlichen Ereignisse aus? Und dass selbst in unseren Reaktoren Feuer ausbrechen, sollte auch Ihnen inzwischen bekannt sein.</p><p><cite>Der Unfall 1986 spiegelt alle negativen Seiten des kommunistischen  Systems wider: Mangelnde Sorge um menschliches Leben, schlechte  Sicherheitsmaßnahmen, falsche Entscheidungshierarchien.</cite></p><p>Wie gut, dass wir Vor- und Nachzüge der russischen Regierungsform den Historikern oder Politologen überlassen. Als Wissenschaftler konzentrieren wir uns am besten auf unser Kerngebiet.</p><p><cite>Kaum jemand erwähnt die 75 Arbeiter, die bei dem Unfall vergangenes Jahr im größten Wasserkraftwerk Russlands starben. Jedes Jahr sterben an die 5000 Menschen in Kohlebergwerken und unter Tage. Niemand ist in der jüngsten Vergangenheit in der Atomindustrie gestorben.</cite></p><p>Kaum jemand erwähnt die 100000de, die dank des Unfalls in Чорно́бильська umkamen oder noch heute gesundheitliche Folgen davontragen. Aber zur Sicherheit der Kraftwerke unten mehr. Und wieviele Menschen kommen eigentlich in Uranminen um, wenn ich fragen darf? Oder sterben an den Folgen ihrer Arbeit in den Minen?</p><p><cite>Zunächst einmal ist es irreführend Kernbrennstoffe als Müll zu bezeichnen.</cite></p><p>Niemand bezeichnet Kernbrennstoffe als Müll. Ausgebrannte Brennstäbe hingegen, die zwar Uran, aber nur noch wenig spaltbares Material enthalten, und die damit nicht mehr in aktuellen Reaktoren verwendet werden können, werden korrekt als Müll bezeichnet. Verbrennen können wir sie nicht, also müssen wir sie lagern. Übrigens bei <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wiederaufarbeitung#Wiederaufarbeitung_von_Kernbrennstoffen" target="_blank">95% U238</a> im abgebrannten Brennstab nur knappe <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/Spontane_Spaltung#Halbwertszeit_einiger_spontanspaltender_Nuklide" target="_blank">4,5 Milliarden Jahre</a>.</p><p><cite>Derzeit werden sie bereits sicher gelagert in starken Containern. Der Beleg dafür ist, dass niemand darunter leidet.</cite></p><p>Sicher gelagert? Wo denn? In Salzstöcken? Die nächsten Millionen Jahre? Und daß niemand drunter leidet, halte ich a) für Heuchelei und b) ist es wirklich kein Beleg für eine sichere Lagerung. Dass z.B. Gorleben das nächste Jahrtausend übersteht, stelle ich infrage. Widerlegen Sie mich.</p><p><cite>Der sogenannte Atommüll ist eines unserer wichtigsten Energieressourcen  der Zukunft.</cite></p><p>Ah, Sie meinen das Konzept des Erbrütens von Brennstoff (<a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/Brutreaktor" target="_blank">Schnelle Brüter</a>). Im Prinzip ist das richtig, theoretisch scheint es möglich zu sein, aus U238 Plutonium zu erbrüten und Versuchsanlagen dafür wurden bereits erbaut. Nur scheint praktisch gesehen noch <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/Plutonium#Gewinnung_und_Darstellung" target="_blank">kein Reaktor</a> (Konversionsrate 0,7) eine solche stabile Erbrütungs-Kettenreaktion hinbekommen zu haben. Ich traue mich gar nicht, hierfür Wikipedia als Quelle zu zitieren, auch wenn sie recht gut belegt ist.</p><p
id="firstHeading">Ein weiterer Punkt ist, dass selbst die Spaltprodukte von Plutonium (z.B. Barium, Strontium, Technetium) entweder giftig oder wiederrum radioaktiv sind. Das Problem der Endlagerung ist so auch nicht gelöst.</p><p><cite>In Frankreich werden Brennstoffe bereits wiederverwertet.</cite></p><p>Was für ein Quatsch: Brennstoffe kann ich nicht wiederverwerten. Ich kann sie verbrennen. Und dann auch nicht wiederverwerten. Im Falle der Kernkraft kann ich ca. 10% von alten Brennstäben in Neue verarbeiten, weil eben nicht alles U235 gespaltet wurde, die anderen 90%, im wesentlichen U238&#8230; Richtig: Vergraben.</p><p><cite>Eines Tages werden wir mit neuen Methoden das komplette Uran für die  Atomkraft nutzen können, heute sind es gerade einmal ein Prozent. Wir  müssen auf Recycling setzen.</cite></p><p>Wie gesagt, wenn Sie das hinbekommen, alle Achtung.</p><p><cite>Erneuerbare Energien wie Wind und Solarkraft werden niemals eine Alternative sein.</cite></p><p>Siehe das Kapitel über die Endlichkeit der Rohstoffe. Es werden die einzigen Alternativen sein.</p><h1>Deswegen keine Kernkraftwerke</h1><p>Wie versprochen knapp, prägnant und fundiert Argumente gegen die Kernkraftwerke in Deutschland, vielleicht sogar überall auf diesem Planeten.</p><h2>Keine Kraftwärmekopplung (KWK)</h2><p>Keine einzige Anlage in Deutschland nutzt die Kraftwärmekopplung. Die Gesamteffizienz liegt damit mit 30%-40% weit unter denen konventioneller Kohle- und Gaskraftwerke mit 60%-90%. Ist sicher verständlich, man versuche, das einem Verbraucher zu verkaufen: &#8220;Ja, Sie heizen mit Atomwärme&#8221;. Ob es technische Bedenken gibt, weiß ich nicht.</p><p>Die Abwärme wird deswegen mit dem Kühlwasser in naheliegende Flüsse geleitet oder in großen Kühltürmen verheizt.</p><h2>Endlichkeit der Rohstoffe</h2><p>Uran wird als Brennstoff in Minen abgebaut und ist endlich. Vertraut man den <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/Uran/Tabellen_und_Grafiken" target="_blank">belegten Zahlen</a> der Wikipedia, so errechnet sich eine ungefähre Reichweite der planetenweiten Brennstoffe zu:</p> <img
src='http://s.wordpress.com/latex.php?latex=1766400%5C%2Ct%5Ctext%7B%20Vorkommen%7D%20%2F%2050572%5C%2Ct%5Cfrac%7B%5Ctext%7BGesamtfoerderung%7D%7D%7B%5Ctext%7BJahr%7D%7D%3D%2034%7B%2C%7D92%20%5Ctext%7BJahre%7D%20%5Csimeq%2035%20%5Ctext%7BJahre%7D&#038;bg=ffffff&#038;fg=000000&#038;s=0' alt='1766400\,t\text{ Vorkommen} / 50572\,t\frac{\text{Gesamtfoerderung}}{\text{Jahr}}= 34{,}92 \text{Jahre} \simeq 35 \text{Jahre}' title='1766400\,t\text{ Vorkommen} / 50572\,t\frac{\text{Gesamtfoerderung}}{\text{Jahr}}= 34{,}92 \text{Jahre} \simeq 35 \text{Jahre}' class='latex' /><p>Keine Aussage ist getroffen über die Förderungsentwicklung in den nächsten Jahren. Wird mehr gefördert, sinkt natürlich die Reichweite.</p><h2>Störfall</h2><p>Das Austreten radioaktiven Materials und giftiger Spaltprodukte muß  wegen der Schädlichkeit für biologisches Leben unbedingt verhindert  werden. Ob unsere Kraftwerke tatsächlich sicher sind, vermag ich nicht  zu beurteilen. Die vorhandenen Redundanzen in Messung, Kühlung und Steuerung sollten einen hinreichend sicheren Betrieb erlauben.</p><p>Im Falle eines Falles sollte die Schnellabschaltung auch ohne externe Stromversorgung möglich sein, zur Not kann man die Kontrollstäbe von Hand in den Reaktor einfahren. Ob allerdings die Nachzerfallswärme des Kerns auch ohne elektrische Umwälzpumpen abgeführt werden kann, wage ich einmal zu bezweifeln. Eine Kernschmelze wäre womöglich die Konsequenz.</p><h2>Terroristischer Angriff</h2><p>Scharfes Nachdenken würde mich zu dem Schluss bringen, dass ein vollgetankter A330 aus 10km Höhe mit kinetischer und potentieller Energie jede Atomanlage in einen großen strahlenden Krater verwandelt. Zum Glück wäre es wohl für einen potentiellen Angreifer gar nicht so einfach, die Anlage auch zu treffen, er müßte wohl direkt auf der Reaktorhalle einschlagen.</p><p>Auch wurden verschiedentlich Angriffe auf die Stromversorgung diskutiert. Halte ich für irrelevant, da die Dieselaggregate und Batterien von außen nicht zugänglich sind. Man müßte direkt im Kraftwerk seinen Angriff starten und das sollte durch andere Sicherheitsvorkehrungen verhindert werden.</p><h2>Stromüberschuß in Deutschland</h2><p>Hartnäckig hält sich das Gerücht, daß wir französischen Atomstrom importieren. Ein bißchen was ist dran, tatsächlich fließt Strom aus Frankreich nach Deutschland. Im Bericht &#8220;Energie in Deutschland&#8221; auf Seite 19 ist aber sehr gut erkennbar, dass seit Jahren schon in Deutschland mehr Strom produziert als verbraucht wird, und wir deswegen Strom-Exporteure sind.</p><h2>Belastungen durch Uranabbau in jeweiligen Ländern</h2><p>Giftige Gase und strahlende Teilchen werden beim Abbau von Uran freigesetzt und schädigen die Umgebung. Zwar betrifft uns das nicht unmittelbar. Ob wir aber für eine Stunde Fernsehen einen gestorbenen kasachstanischen Minenarbeiter in Kaufnehmen wollen, wage ich zu bezweifeln.</p><h2>Wiederaufbereitung</h2><p>Aus alt mach neu, so die Theorie. 10 alte Brennstäbe ergeben einen neuen, an sich nicht schlecht. <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wiederaufarbeitung" target="_blank">Aber</a>:</p><p><cite>Bei der Wiederaufbereitung entweichen erhebliche Mengen des ebenfalls bei der Kernspaltung entstandenen radioaktiven <a
title="Krypton" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Krypton">Kryptons (<sup>85</sup>Kr)</a>.  Sie werden über Abgasanlagen an die Umwelt abgegeben. Ebenso fallen  radioaktiv kontaminierte Abwässer an, die in der Regel ebenfalls in die  Umwelt geleitet werden.</cite></p><p>Danke, aber nein danke.</p><h2>Lagerung der Abfälle</h2><p>Nunja, 90% abgerannter Brennstab müssen irgendwo hin. Salzstöcke scheinen ungeeignet (Salz &lt;-&gt; Metallfaß, klingelts?), das Ausland weigert sich, das Inland protestiert, was tun sprach Zeus. Einsame Insel, im Meer versenken (z.B. im Marianengraben),  viele Möglichkeiten bieten sich an. Keine davon ist für 4,5 Milliarden Jahre ausgelegt.</p><h2>Reingewinne für die Energiewirtschaft</h2><p>Und zu guter Letzt: Weswegen sollten bei einem Preis von ~3ct / kWh Komplett-Erzeugungskosten in einem AKW Verbraucher 18ct (wenn sie Glück haben) bezahlen? Diese Art der Ausnutzung des energetischen Monopols ist bedingungslos abzulehnen im Rahmen des Sozialstaates. Daß sich unsere Regierung von den Lobbygruppen derart beeinflussen läßt, ist ein Armuszeugnis sondersgleichen.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.mcseven.me/2010/09/kernkraft-fundiertes-in-kurze/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Medien: reAktion vs. proAktion</title><link>http://www.mcseven.me/2010/08/medien-reaktion-vs-proaktion/</link> <comments>http://www.mcseven.me/2010/08/medien-reaktion-vs-proaktion/#comments</comments> <pubDate>Sun, 29 Aug 2010 12:34:37 +0000</pubDate> <dc:creator>McSeven</dc:creator> <category><![CDATA[Medienkritik]]></category> <category><![CDATA[Politik]]></category><guid
isPermaLink="false">http://www.mcseven.me/?p=1048</guid> <description><![CDATA[Ach, stimmt das nachdenklich. Kein Tag vergeht, an dem man nicht unsere reflektiviernden Berichterstatter, sei es Print, audiovisuell oder online, bemitleiden sollte. Egal, welche Sparte, egal welches Niveau, egal welches Medium. Unsere multimediale Landschaft strotzt vor Einfallslosigkeit, daher die Überschrift. Wann endlich beginnen unsere Redakteure, einmal proaktiv zu handeln? Wann endlich dürfen Berichterstatter unabhängig von [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Ach, stimmt das nachdenklich. Kein Tag vergeht, an dem man nicht unsere reflektiviernden Berichterstatter, sei es Print, audiovisuell oder online, bemitleiden sollte. Egal, welche Sparte, egal welches Niveau, egal welches Medium. Unsere multimediale Landschaft strotzt vor Einfallslosigkeit, daher die Überschrift.</p><p>Wann endlich beginnen unsere Redakteure, einmal proaktiv zu handeln? Wann endlich dürfen Berichterstatter unabhängig von Zeitgeschehen und politischer Ausrichtung der Geldgeber (nein, nicht Sie als Leser/Hörer/Zuschauer!) selbst ihre Themen wählen und dazu Thesen stellen? Wann endlich nehmen sie ihre Rolle als vierte Säule der Demokratie (*lach*) wahr und in Anspruch? Ja, wann nur?</p><p>Rundfunk und Fernsehen habe ich bereits abgeschafft, die m.M.n. verdummenden und schwachsinnigen Inhalte und die Werbeflut waren einfach nicht mehr erträglich, die geplanten Features im digitalen Fernsehen mit der Technik CI+ taten ihr übriges, und online kann ich Gott-Sei-Dank die Werbeflut selbst begrenzen, dem selektiven Nutzen sind hier wenig Grenzen gesetzt.</p><p>Doch, so muß ich auch hier fragen, wie lange denn noch? Im Zuge der immer größer werdenden Konkurrenz untereinander kommt bissige Berichterstattung und Meinungsbildung viel zu kurz.</p><ul><li>Kaum noch fragt etwa der Spiegel in seiner Online-Ausgabe, warum denn z.B. Frau Merkel längere Laufzeiten für die Kraftwerke atomarer Art durchsetzen möchte, obwohl der Gesamtenergieverbrauch in Deutschland schon länger stetig abnimmt (nebenbei zum Thema &#8220;Kernenergie aus Frankreich&#8221;: Klar importieren wir aus Frankreich gelegentlich Gigawattstunden an Energie; dass wir sie aber 1:1 nach Osten weiterleiten, liest man selten im selben Atemzug, nicht wahr).</li><li>Wann endlich lernen Redakteure, dass sie besser die Finger von wissenschaftlichen Dingen lassen, von denen sie nichts verstehen, anstatt unreflektierten Mist zu reproduzieren gespickt mit eigenen infantilen, blauäugigen und nicht belegbaren Aussagen (<a
title="Landen wie ein Vogel!?" href="http://www.heise.de/tr/artikel/Landen-wie-ein-Vogel-1068996.html" target="_blank">hier</a> ein schönes Beispiel)?</li><li>Für die Geschichte dieses Planeten keine Rolle spielenden Meldungen wie &#8220;Ein dritter Säugling ist in Klinik XYZ gestorben&#8221; schaffen es in die +++EILMELDUNGEN+++ der Nachrichtenagenturen?!? Meine Güte, auf dem afrikanischen Kontinent sterben täglich Dutzende von Kindern und Säuglingen, weil sie nichts zu Essen haben und es interessiert bis auf Hilfsorganisationen keine Sau. Außer an Weihnachten, wenn sich wieder Geld holen läßt, weil wir unser Gewissen freikaufen müssen.</li></ul><p>Das soll kein Angriff auf unsere &#8220;westliche&#8221; Gesellschaft oder unsere Lebensgewohnheiten sein; wir Menschheit sind eben noch nicht so weit, uns über materielle Dinge hinweggesetzt zu haben, und werden es wahrscheinlich auch nie werden. Mögen sich darum Philosophen und Denker kümmern; real bleibt, daß wir Westler unseren Müll auch weiterhin preiswert in asiatische Länder verfrachten, daß aber auch gar keiner öffentlich Überlegungen oder Anstrengungen unternimmt, sich der Dritten Welt zu nähern oder gar weiter als 20 Jahre in die Zukunft, auch unsere, denkt.</p><p>Und gerade hier sehe ich die Aufgabe der Druckblätter und Magazine, jeglichen Formats. Wer sonst, wenn Politik versagt, Rechtsprechung damit nichts zu tun hat und Regierung eingeschlafen ist, wer sonst? Liebe Redakteure, nun macht endlich Butter bei die Fische, sonst wird das nichts mehr.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.mcseven.me/2010/08/medien-reaktion-vs-proaktion/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Google Recruitment Bot (GRB) &#8211; Insight into tomorrow&#8217;s HR management</title><link>http://www.mcseven.me/2010/08/google-recruitment-bot-grb-insight-into-tomorrows-hr-management/</link> <comments>http://www.mcseven.me/2010/08/google-recruitment-bot-grb-insight-into-tomorrows-hr-management/#comments</comments> <pubDate>Tue, 10 Aug 2010 19:16:23 +0000</pubDate> <dc:creator>McSeven</dc:creator> <category><![CDATA[Medienkritik]]></category><guid
isPermaLink="false">http://www.mcseven.me/?p=862</guid> <description><![CDATA[Abstract Dear all, with this post I will break  with my own tradition, and will in fact write in English. Since it concerns some people maybe not speaking German this seems a fair step; however I must point out that everything said is my own personal oppinion which is legal to express in my country. [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<h1>Abstract</h1><p>Dear all, with this post I will break  with my own tradition, and will in fact write in English. Since it concerns some people maybe not speaking German this seems a fair step; however I must point out that everything said is my own personal oppinion which is legal to express in my country. See imprint for details (that is in German *dough*), particularly regarding trademarks and company names.</p><p>So, what&#8217;s this about? We all know that Google Inc. uses (ro)bot technology to harvest and mine web pages of their content simply to display these pages upon a &#8220;search&#8221; request by us, Googles users.</p><p>It now seems that they have taken matters a step further and use them bots not only to collect information, but also actively spread out and use the intel gathered, in my case personal information displayed on the university web page. Don&#8217;t get me wrong. I want this information be displayed publicly, since I want to be found by people, so no harm in harvesting or collecting it.</p><h1>First Mail</h1><p>Surprised I looked into my inbox 2 days ago, only to find a mail by &#8220;Jenny Burdis&#8221; offering me a job:</p><blockquote><p>Hi Christoph</p><p>I would like to ask if you would be interested in having a chat about our current job opportunities at Google? We have permanent, full time employment vacancies, as well as Internships if you are still studying.</p><p>If you would like to discuss this further then please send me a convenient time/date and your telephone number so that we can set up a time to talk on the phone.</p><p>If you&#8217;re not looking for a new role at this time, then maybe you know of someone who is?</p><p>I&#8217;d really like to keep in touch with you so please invite me to connect on Linked in: <a
href="http://uk.linkedin.com/in/jburdisatgoogledotcom" target="_blank">Linked in profile</a></p><p>I look forward to hearing from you.</p><p>&#8211;<br
/> Jenny Burdis<br
/> People Operations<br
/> Google UK<br
/> Belgrave House<br
/> 76 Buckingham Palace Road<br
/> London SW1W 9TQ<br
/> e: jburdis@google.com</p></blockquote><p>With all that get-money-or-job-from-nigeria and stuff, I was about to throw the mail away, however, jenny burdis&#8217; real looking mail address, postal address and the fitting <em>received</em>-records made me curious. I decided to reply to this one, and -I&#8217;m not looking for a new job currently- told Jenny about &#8220;thanks, but no thanks&#8221;.</p><h1>First Reply</h1><p>As a personal side note: I really do appreciate mails offering new jobs,  however, since Jenny did not even look at qualifications and neither  tried in any way to personalize the mail, I gave a not that polite but nonetheless honest reply. So here goes</p><blockquote><p>Dear Jenny,</p><p>since Google is not the company one would like to work for these days, I&#8217;d highly appreciate not to hear from you or anyone else with Google Recruitment again.</p><p>Thank you, best regards,<br
/> Chris</p></blockquote><p>Now, that should clearly have solved any misunderstanding that &#8220;Jenny&#8221; might have had on intentions, and I considered the matter closed. Imagine my surprise when today I opened my Inbox and found the following.</p><h1>Second Mail</h1><p>So, here goes a second time:</p><blockquote><p>Hi Christoph</p><p>Many thanks for replying to my email.</p><p>I have a space in my diary tomorrow (Weds at 11am BST) to call you. Is this a suitable time for you?\</p><p>Regards</p><p>Jenny</p></blockquote><p>Apparently dear Jenny did not bother to read any of my lines or replied on purpose. Since I can safely assume that a big company like Google Inc. would respect its potential new employees wishes and I would further assume that a human person Jenny can read and understand what I wrote (honestly, it wasn&#8217;t that bad, was it?) there&#8217;s only one conclusion one can draw:</p><p>Jenny is not human!!!!! And no, not alien, either. I&#8217;d rather say man made, a young pupil, and miserably failed the entrance exam to the &#8220;touring&#8221; class. Perhaps programmers thought no one getting an offer from big ol&#8217; Google Inc. could refuse and declined to implement a reply to a refusal, but funny nonetheless.</p><p>Of course, I couldn&#8217;t help to turn the sword a bit:</p><h1>Second response</h1><blockquote><p>Dear Jenny,</p><p>perhaps it is my poor English; I know, I should work on that, but may I ask which part of &#8220;not to hear from you&#8221; was so difficult to grasp?</p><p>Anyway, you&#8217;ll be pleased to know that I have an exciting new topic for my blog&#8230;</p><p>Thanks, and goodbye,</p><p>Chris</p></blockquote><p>Maybe this time someone human will read my reply and we get somewhere, let&#8217;s find out where this leads&#8230; I&#8217;ll keep you posted.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.mcseven.me/2010/08/google-recruitment-bot-grb-insight-into-tomorrows-hr-management/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Social-Unlinking am Beispiel von Facebook</title><link>http://www.mcseven.me/2010/06/social-unlinking-am-beispiel-von-facebook/</link> <comments>http://www.mcseven.me/2010/06/social-unlinking-am-beispiel-von-facebook/#comments</comments> <pubDate>Wed, 09 Jun 2010 12:16:23 +0000</pubDate> <dc:creator>McSeven</dc:creator> <category><![CDATA[Anonymity]]></category> <category><![CDATA[Medienkritik]]></category> <category><![CDATA[Politik]]></category> <category><![CDATA[Adblock Plus]]></category> <category><![CDATA[Facebook]]></category> <category><![CDATA[Like]]></category> <category><![CDATA[Link]]></category> <category><![CDATA[Social Networks]]></category><guid
isPermaLink="false">http://www.mcseven.me/?p=807</guid> <description><![CDATA[Der Artikel beschreibt einfache Adblock Plus Filter, um auf die inzwischen auf diversen Seiten vorhandenen Facebook-Links gründlich und dauerhaft zu entfernen. Facebook muss nicht alles wissen.]]></description> <content:encoded><![CDATA[<h1>Vorwort</h1><p>Die meisten großen sozialen Netzwerke bieten inzwischen die Möglichkeit, Inhalte im Internet auch im eigenen internen geschützen Bereich des Netzwerks verfügbar zu machen, zu teilen. Gefällt mir eine Seite, so gebe ich die URL dazu an, die Plattform ruft die URL auf und versucht anhand von Data-Mining eine möglichst knappe Übersicht davon in meiner Hauptseite darzustellen.</p><p>Inzwischen aber sind die Plattformen dazu übergegangen, mit technischen Hilfsmitteln direkt auf den fremden Seiten Links (&#8220;Like-Button&#8221;) anzubieten, mit denen ein Benutzer auf der dritten Seite eine Verknüpfung zwischen sich (seinem Plattformprofil) und der dritten Seite (z.B. IMDB) herstellen kann.</p><p>Im Prinzip eine gute Sache, denn wer es nicht braucht, der benutzt es einfach nicht. Schaden oder Mißbrauch entsteht ja keiner, oder?</p><h1>Eine Ode an die Technik</h1><p>Leider ist das nicht ganz richtig. Es verhält nämlich sich so:</p><p>Sobald Du Dich bei Deiner Plattform, nehmen wir Facebook als Beispiel, einloggst, werden ein Haufen Identifizierer -sogenannte Cookies- in Deinem Webbrowser gespeichert. Es erkennt daran, dass Du der Benutzer XYZ bist, aus welchem Land Du kommst, welchen Webbrowser Du benutzt, und viele andere Dinge. Im Wesentlichen lässt sich damit verhindern, dass jemand durch Abhören Deiner Verbindung auf seinem eigenen System sich als Dich ausgeben kann.</p><p>Mit anderen Worten: Bei jedem Seitenaufruf durch Dich werden sehr viele Informationen zwischen Deinem Browser und Facebook ausgetauscht.</p><p>Der nette Nebeneffekt ist, dass Du Dich nicht jedesmal bei einem Klick in Facebook einloggen musst. Die Plattform weiß ja, wer Du bist, und gewährt Dir daher die Rechte dazu.</p><p>Jetzt wird es ein bisschen schwieriger:</p><ul><li>Fakt eins: Auch wenn Du Dich ausloggst oder den Browser schließt, bleiben die meisten der oben genannten Cookies bestehen. Das heißt, Facebook weiß auch morgen noch, wer Du bist, obwohl Du dich noch gar nicht eingeloggt hattest.</li><li>Fakt zwei: Bei <strong>jeder</strong> Anfrage an Facebook, also bei jedem Bild, jeder Seite, jedem Text und auch jedem Stück Programmcode (&#8220;JavaScript&#8221;), welche Dein Browser von Facebook anfragt, werden alle diese Cookies mitgesendet.<br
/> Facebook weiß also immer, wer welches Bild, Text, usw. herunterladen und anschauen möchte, und das <strong>selbst dann</strong>, wenn Du nicht eingeloggt bist.</li><li>Fakt drei: Es spielt keine Rolle, auf welcher Seite Du gerade surfst. Bist Du beispielsweise bei www.imdb.de unterwegs, und würde IMDB ein Bild von Facebook (und sei es nur das Facebook-Logo!) auf seiner Seite darstellen, dann würde Dein Browser:<ol><li>Von IMDB Inhalte laden</li><li>An Facebook Deine Identifizierung (&#8220;Cookies&#8221;) senden</li><li>Von Facebook das Titellogo laden</li></ol><p>Auch kann unter Umständen durch die Dauer der Anzeige, sprich wie lange es braucht, bis Du Dir ein neues Bild von Facebook lädst, darauf geschlossen werden, wie lange Du die Seite angesehen hast, und daraus, wie interessant der Inhalt für Dich war.</li></ul><p>Facebook weiß damit ziemlich sicher über Dich, wann Du Dir wo  Informationen über welchen Film angesehen hast. Nun kann man das bei Filmen sicher noch nachsehen, was aber bei politischen Inhalten? Was hat es Facebook oder irgendeine andere soziale Plattform zu interessieren, was Du Dir wann anschaust?</p><p>Meiner Meinung absolut nichts! Zeit, sich ein Stück Freiheit wiederzuholen.</p><h1>Fleißige Helferlein</h1><p>Aus der Not geboren wurde für den Firefox das nette Plugin <a
href="https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/1865/" target="_blank">Adblock Plus</a>, das der Werbeflut im Internet Einhalt gebieten soll. Sein Einsatz ist nicht unumstritten, leben doch viele Seiten von der Darstellung der Werbung.</p><p>Nun gut, jeder muss das mit sich selbst ausmachen, wir werden es benutzen, um Facebooks Inhalte auch nur von dort zu laden, wenn wir uns gerade auf der Seite befinden.</p><p>Unser Filter soll also:</p><ol><li>Alle Inhalte von Facebook blockieren (Iframes, Scripts, Images, Links, usw.)</li><li>Das auf allen Seiten des Internet</li><li>Es sei denn, wir surfen gerade auf facebook.com</li></ol><p>Eine Winzigkeit gibt es noch zu beachten: Facebook lädt statische Inhalte von einer anderen Domäne. Der Filter muss das berücksichtigen.</p><p>Hier also die beiden Zeilen:</p><div
class="java geshi java" style="font-family:monospace;"><div
class="head">Adblock-Plus Filter für Facebook-Inhalte</div><ol><li
class="li1"><div
class="de1"><span
class="co1">// Statische Inhalte von Facebook</span></div></li><li
class="li1"><div
class="de1"><span
class="sy0">*</span>fbcdn.<span
class="me1">net</span><span
class="sy0">*</span>$third<span
class="sy0">-</span>party,domain<span
class="sy0">=</span>~facebook.<span
class="me1">com</span></div></li><li
class="li1"><div
class="de1"><span
class="co1">// Flashs, CSS&#39;s, etc. von der Facebook-Seite</span></div></li><li
class="li1"><div
class="de1"><span
class="sy0">*</span>facebook.<span
class="me1">com</span><span
class="sy0">*</span>$third<span
class="sy0">-</span>party</div></li><li
class="li2"><div
class="de2"><span
class="co1">// &quot;Share&quot;-Links entfernen</span></div></li><li
class="li1"><div
class="de1">~facebook.<span
class="me1">com</span>##A<span
class="br0">&#91;</span>href<span
class="sy0">*=</span><span
class="st0">&quot;facebook.com&quot;</span><span
class="br0">&#93;</span></div></li></ol></div><p>Diese Zeilen einfach in den <a
href="https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/1865/" target="_blank">Adblock Plus</a> Einstellungen hinzufügen und schon ist man wieder sicher.</p><p>Es empfiehlt sich eine Gegenprobe mit <a
href="https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/1843/" target="_blank">Firebug</a>, bei mir hat bislang alles geklappt.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.mcseven.me/2010/06/social-unlinking-am-beispiel-von-facebook/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>&#8220;Blogger, plagt euch!&#8221; &#8211; Herr Schneider im Irrtum</title><link>http://www.mcseven.me/2010/05/blogger-plagt-euch-herr-schneider-im-irrtum/</link> <comments>http://www.mcseven.me/2010/05/blogger-plagt-euch-herr-schneider-im-irrtum/#comments</comments> <pubDate>Fri, 28 May 2010 12:26:46 +0000</pubDate> <dc:creator>McSeven</dc:creator> <category><![CDATA[Medienkritik]]></category><guid
isPermaLink="false">http://www.mcseven.me/?p=796</guid> <description><![CDATA[Im Zeit-Artikel "Blogger, plagt euch!", der im Wesentlichen ein Interview mit Herrn Wolf Schneider wiedergibt und Werbung für sein Buch "Deutsch für junge Profis" anreißt, versuchen Interviewer und Gesprächspartner darzulegen, wie das deutschsprachige Internet durch mangelnde Lebendigkeit und Ausdrucksfähigkeit der Autoren in Richtung Bedeutungslosikeit verkommt. Seiner These nach werden deswegen immer weniger Fabrikate gelesen.Zeit, Herrn Schneider zu widersprechen und sein Buch zu kommentieren.]]></description> <content:encoded><![CDATA[<h1>Vorwort</h1><p>Das Interview mit Herrn Schneider in der Zeit (<a
href="http://www.zeit.de/digital/internet/2010-05/wolf-schneider-blogs?page=1" target="_blank">&#8220;Blogger, plagt Euch!&#8221;</a>) vom 05. Mai 2010 hält einige Überraschungen bereit. Herr Schneider wirft deutschen Autorinnen und Autoren mangelndes &#8220;etwas-zu-sagen-haben&#8221; und zu wenig Kenntnisse der deutschen Sprache vor, das bei potentiellen Lesern Desinteresse beim Lesen auslöse. Hoffentlich habe ich das richtig verstanden.</p><p>Ich kann dem nicht zustimmen und denke sogar, Herrn Schneider argumentativ widerlegen zu können. Vorab möchte ich noch anmerken, dass ich sein Buch gelesen habe und auch dort nicht viel Anregung finden konnte. Eine Beschreibung der Stilmittel der deutschen Sprache sollte man in der Oberstufe des Gymnasiums im Fach &#8220;Deutsch&#8221; bereits gelernt haben.</p><p>Jemand, der kein Gymnasium besucht hat, oder den das nicht interessierte damals, wird auch mit einiger Wahrscheinlichkeit keinen Blog betreiben oder sich sonst irgendwie journalistisch engagieren.</p><h1>Sprache &#8211; Zweck und Funktion</h1><p>Beginnen wir einmal laienhaft, Sinn, Zweck und Funktion von Sprache zu erarbeiten. Ganz ohne Studium der Sprach- oder Geisteswissenschaften wage ich zu behaupten, dass der primäre Zweck die Übermittlung von Information ist.</p><p>Der Kanal (Akustisch, Optisch) oder das Medium (Druck, Fernsehen, Tonband und andere) spielen dafür keine größere Rolle, schränken eben nur ein, wieviel Information pro Zeiteinheit übermittelt werden kann.</p><p>Der Nachrichtentechniker nennt das &#8220;Kanalkapazität&#8221;.  Ist eigentlich recht einleuchtend: Im Fernsehen mit Bild und Ton erhalte ich sehr viel mehr Information über ein Geschehen, als wenn ich einen reinen Text darüber lese. Beim Text muss das Gehirn sehr viel mehr arbeiten zur Informationsgewinnung als wenn es den gleichen Inhalt als Bild vorgesetzt bekommt. Daher auch das Sprichwort &#8220;Ein Bild sagt mehr als tausend Worte&#8221;.</p><h1>Sprache und ihre Bestandteile</h1><p>Weiter im Top-Down-Ansatz:  Offensichtlich scheint es viele unterschiedliche Ausprägungen von Sprache zu geben. Da sei im Bereich &#8220;Druck&#8221; die trockene Bedienungsanleitung für einen DVD-Player genannt, vielleicht das bebilderte Kinderbuch, den letzten Harry-Potter-Roman können wir anführen, genauso wie Boulevardblätter oder Illustrierte.</p><p>Erweitert man den Bereich auf Audiovisuelle Medien, so erscheint es mir nicht mehr sinnvoll, alle möglichen Formate aller Produktionen aufzulisten. Nachrichtensendungen, Abenteuerfilme, Dokumentationen, &#8220;Richter Barbara&#8221; und Derivate, sie alle füllen die Programme von Rundfunk und Fernsehen tagein und tagaus; wenig Gemeinsamkeiten existieren; eine davon ist wichtig.</p><p>Alle genannten Formate und Erzeugnisse benutzen Sprache, um eine bestimmte Information an den Konsumenten (&#8220;Leser&#8221;, &#8220;Zuhörer&#8221;, &#8220;Zuschauer&#8221;) zu übermitteln. Der Unterschied ist dann auch weniger die Information an sich (&#8220;Vulkanausbruch&#8221;), sondern die Komplexität der verwendeten Sprache.</p><p>Wir haben das alle schon erlebt; die Schlagzeilen und die Thematik einer Boulevard-Zeitung springen uns förmlich ins Auge, in Sekunden(bruchteilen) haben wir erfasst, worum es im Artikel geht. Im Gegensatz dazu müssen wir einen Roman oder einen alten literarischen Text möglicherweise sogar mehrmals lesen, bevor wir seinen Inhalt und eventuell seine Bedeutung verstehen. Stark hängt diese Eigenschaft mit der Notwendigkeit zur Abstraktion zusammen.</p><h1>Herrn Schneiders Buch</h1><p>Nun, ich möchte mich hier nicht in einer inhaltlichen Zusammenfassung ergehen. Neben ausführlichen Beschreibungen von Stilmitteln der deutschen Sprache versucht Herr Schneider, potentiellen Autoren Tips zum interessanten Schreiben zu geben; etwa, welche Worte wie zu setzen sind, damit beim Lesen beide Hirnhälften etwas zu tun haben. Es gibt noch manche andere Aspekte, der geneigte Leser möge sich der Fairness halber das Buch aber selbst kaufen und zu Gemüte führen.</p><p>Ich vermisse einen Aspekt schmerzlich. Herr Schneider geht nicht auf den hier erarbeiteten Punkt ein, dass Sprache immer vom intendierten Zweck (=der Art der zu übermittelnden Information) abhängen muss.</p><p>Würde ich als Autor z.B. eine Bauanleitung schreiben/bloggen wollen, so interessierte meine Leser vermutlich nicht, dass ich &#8220;aus dem ziemlich nahe gelegenen Baumarkt sehr schön duftende und glatt gehobelte Rundhölzer mit glänzenden und leichten Schrauben an der Decke befestigt habe&#8221;. Eher würde ich mir vorstellen, dass &#8220;aus dem Baumarkt 2 Rundhölzer zu je 4cm Durchmesser nebst 10 6x80er Torx-Schrauben zu besorgen sind, um einen sicheren Halt an der Decke zu gewährleisten&#8221;.</p><p>Ich würde deswegen soweit gehen zu werten, dass Herrn Schneiders Buch Abenteuer-Roman-Autoren einiges an nützlichem Wissen bietet, dem durchschnittlichen zweckorientierten Blogger allerding weniger.</p><h1>Und in eigener Sache</h1><p>Zwei Dinge erscheinen mir in diesem Zusammenhang unbedingt erwähnenwert.</p><p>Zum einen orientieren sich -leider- auch immer mehr renommierte Zeitungen (ich lese Zeit-Online, da fällt es besonders unangenehm auf) an dieser Art, vorgeblich lebendige Texte zu schreiben.</p><p>Hier einmal ein aktuelles <a
href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2010-05/merkel-zukunft" target="_blank">Beispiel</a>:</p><p><cite>Als Angela  Merkel am Freitagmorgen auf der Regierungsbank im Bundestag  sitzt und der  Abstimmung über das Euro-Rettungspaket folgt, macht sie einen  ziemlich erledigten Eindruck. Die Kanzlerin hat eine harte Zeit hinter  sich, seit vor zwei Wochen zuerst der Euro bedrohlich wankte und  Schwarz-Gelb seine Mehrheit im Bundesrat verlor.</cite></p><p>Liebe Zeit-Autoren, zum Himmeldonnerwetternochmal, wenn ich über Frau Merkels Versagen lesen will, habe ich auf solche Sätze genausoviel Lust wie eine Kuh auf&#8217;s Schlittschuhlaufen. Nämlich gar keine. Welche Informationen steckt denn in dem Satz oben? Fast keine.</p><p>Alle reißerischen Schlagworte (&#8220;ziemlich erledigten&#8221;, &#8220;harte Zeit&#8221;, &#8220;bedrohlich wankte&#8221;) könnt ihr euch sparen. Euer Blatt wird nicht von Bild-Lesern konsumiert, sondern von intellektuell begabteren und anspruchsvollen Lesern. Die nackte Information im Satz oben lässt sich reduzieren auf &#8220;Schwarz-Gelb verlor die Mehrheit im Bundesrat&#8221;. Und das ist schon seit Wochen alter Schnee.</p><p>Meine Frage: Warum macht ihr sowas?!?!?</p><p>Und zum anderen: Herr Schneider, nachdem immer weniger Menschen bereit sind, sich überhaupt geistig zu engagieren, ist doch selbst das nicht lebendig oder potentiell weniger Interessante Geschriebene in den Blogs und Facebooks und Twittern dieses Planeten ein sehr positives Zeichen. Warum versuchen Sie denn auf Teufel-Komm-Raus, das schlecht zu machen, oder Menschen durch Aussagen in Ihrem Interview von vorneherein zu entmutigen?</p><p>Wie soll denn das jemals etwas werden mit freier Meinungsäußerung, wenn immer weniger Menschen überhaupt lernen, mit den Werkzeugen umzugehen?</p><p>Jetzt hab ich fertig.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.mcseven.me/2010/05/blogger-plagt-euch-herr-schneider-im-irrtum/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Jean-Michel Jarre live in Concert: Was für eine Verschwendung!</title><link>http://www.mcseven.me/2010/03/jean-michel-jarre-live-in-concert-was-fur-eine-verschwendung/</link> <comments>http://www.mcseven.me/2010/03/jean-michel-jarre-live-in-concert-was-fur-eine-verschwendung/#comments</comments> <pubDate>Tue, 16 Mar 2010 07:05:06 +0000</pubDate> <dc:creator>McSeven</dc:creator> <category><![CDATA[Medienkritik]]></category><guid
isPermaLink="false">http://www.mcseven.me/?p=721</guid> <description><![CDATA[Kurzer Bericht mit Fotogalerie vom Konzert am 13.03. in München in der Oly-Halle. Erwartet nicht zu viel, es war nämlich nicht viel.]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Nun ja, was kann ich groß erzählen? Wenn große Meister der Musik, hier der elektronischen Variante, auftreten, noch dazu in einer größeren und bekannten Örtlichkeit und gleichzeitig auch stolze Eintrittspreise von 60 EUR und aufwärts verlangen, dann darf man als Zuhörer und -Schauer erwartungsvoll gespannt sein.</p><p>Jean-Michel&#8217;s Musik und Stil erfordern nur wenig Aktion auf der Bühne; es ist eben unspektakulär, einem oder mehreren Keyboards und Synthesizern mit Hilfe von Sequencern Klänge zu entlocken. Auch in Echtzeit gespielte Filter machen wenig Unterschied, mann hat ja nur zwei Hände.</p><p>Eine Herausforderung besteht nun darin, die Bühne aufgrund der natürlichen Abwesenheit von Leben in seiner Musikrichtung durch technische Finesse ausgleichend auszulasten. Und nachdem z.B. die Nokia-Night-Of-The-Proms an Effekten und Show-Einlagen so manches zu bieten hat und auch damals dem Planetarium mit der Startime-Lasershow (btw. eine der besten Lasershows, die jemals programmiert wurden!) mit Jean-Michel&#8217;s &#8220;Oxygen 8&#8243; und Mike Oldfield&#8217;s &#8220;Only Time will tell&#8221; eine so unglaubliche effektvolle Glanzleistung gelungen ist, waren die Erwartungen sehr hoch gesteckt.</p><p>Das mulmige Gefühl begann bereits vor dem Konzert, als der Blick ins Auditorium fiel. Knapp die Hälfte der Olyhalle war zugehängt, nur der mittlere Teil erlaubte einen Blick auf die Bühne.</p><p>Mit fast 15 Minuten Verspätung bequemte sich der Meister, den Spielplatz zu betreten und seine  Stücke loszuleiern.</p><p>Zur Musik an sich muss ich nicht viel sagen; Fans wissen, wovon ich spreche. Einige Titel (er)kannte ich gar nicht, ansonsten waren großartige Lieder wie &#8220;Magnetic Fields&#8221; oder Auszüge aus &#8220;China Concerts&#8221; dabei. Alle Instrumente waren vertreten, die Synthis natürlich, die Laserorgel, eSchlagzeug und seine Selbstbau-eFeld-Instrumente, von diesem Standpunkt aus kann man also nicht mehr erwarten. Persönlich hätte ich ein paar bekanntere Lieder erwartet, aber gut, ist ja seine Wahl.</p><p>Das Lichtspektakel dagegen war enttäuschend. Scheint&#8217;s dass der eigens eingeflogene Lichtdesigner nicht nur noch in der Ausbildung ist, nein, er ist wohl noch farbenblind zusätzlich. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen oder aufhören soll mit der Kritik an dieser miserablen optischen Darbietung.</p><ul><li>Die Scanner/ Movingheads über der Bühne waren fast ausschließlich konstant auf die Instrumente gerichtet und haben nur Farben gewechselt; absolut keine Bewegung von oben.</li><li>Zudem war ihre Anordnung seltsam asymmetrisch, einfachste Beleuchtungsregeln verletzt.</li><li>Von Gobos hat der Designer schon mal was gehört, hielt sie offenbar aber für Furunkel: &#8220;Brauch&#8217;ma nicht&#8221;.</li><li>Bereits angesprochene Farbenblindheit griff zunehmend um sich: Nein, rot, gelb grün und blau passen gleichzeitig nicht mit rosa und weiß in eine Lichtshow</li><li>Wenn Licht in der Luft reflektiert werden soll, so ist vorab ein geeignetes Medium in diese zu befördern. Im Volksmund und der Showtechnik nennt man es Nebel.</li><li>Die popeligen mickrigen Laser, offenbar mit 1000pps Scannern ausgestattet, hatten nicht einmal für gescheite Rechtecke genug Dampf, geschweige denn genug Helligkeit für die Olyhalle.</li><li>Und dass Beam-Shows nicht nur aus 10 langweiligen monotonen Flächen bestehen, sollte eine Selbstverständlichkeit sein.</li></ul><p>Alles in allem war die Lichtshow eine mittlere Kastastrophe, Herr Jarre zehrt offenbar noch von vergangenen Erfolgen.</p><p>So wie die Kelly-Family nicht ohne &#8220;Sometimes&#8221; in Erinnerung bleiben wird und Him ohne &#8220;Join Me&#8221; aussieht wie eine Würstelfrau ohne Würstel, genauso wäre ein Jean-Michel-Jarre ohne &#8220;Oxygen 8&#8243; nur die Hälfte wert. Im regulären Programm war keines der Oxygen-Lieder enthalten; Gott-sei-Dank ließ er sich zu einer Zugabe überreden.</p><p>Und was ich ihm nicht vergessen werde, was mich richtig noch heute ärgert, ist, dass die Zugabe aus Oxygen 7 und einem hinterhergerotzten popeligen anderen Lied bestand. Haben doch fast 2000 Leute (?) auf dieses eine seine Laufbahn prägende Lied gewartet und wurden enttäuscht. Einer hat sich sogar so geärgert, dass er beim Rausgehen aus dem Konzert das Lied auf dem Handy von youtube gestreamt hatte&#8230; Mann mann mann, das war ein Griff ins Klo.</p><p>Dear Jean-Michel, if you ever read this, please don&#8217;t come to Munich again. Or Germany, for that matter!</p><div
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/> Wenn die jetztige Regelung so ein Armutszeugnis ist für die Regierenden, warum kommt das nicht mehr an die Öffentlichkeit?<br
/> Man muss doch kein Internetfreak und Informatiker sein, um das zu verstehen: &#8220;was entfernt ist, ist weg&#8221;?</p></blockquote><p>Ich denke einmal, dass den regierenden Parteien langsam klar wird, dass das Internet für den Machterhalt sehr große Gefahren birgt.</p><h2>Nichts wird vergessen</h2><p>Eine einmal getätigte Äußerung bleibt für &#8220;immer&#8221; unveränderbar erhalten. Früher war das nicht so; früher war es sehr viel leichter als öffentliche Person, seine Meinung den aktuellen politischen und gesellschaftlichen Erwartungen anzupassen.</p><p>Heute mußt Du nur Google befragen um herauszufinden, welche Partei oder Person wann was geäußert hat. Informationen sind sehr stark vernetzt und entsprechend leicht zugänglich.</p><h2>Druck aus unterschiedlichen Lobby&#8217;s</h2><p>Es ist nun mal so, dass die Medienindustrien (Musik, Film und Printerzeugnisse) es vor Jahren verpennt haben, mit der Zeit zu gehen und die sich auftuenden Märkte a) zu erkennen und b) zu erschließen.</p><p>Die Nutzer haben sich selbst geholfen und sind fleißig dabei, die in der &#8220;Offline&#8221;-Welt wirksam geschützten Erzeugnisse (Musik, Filme, Bücher, usw.) untereinander scheinbar ohne Bezahlung zu verbreiten. Ich sage mit Absicht &#8220;scheinbar&#8221; und nicht &#8220;anscheinend&#8221;, da unabhängige (=nicht von der Medienindustrie finanzierte) Studien herausgefunden haben, dass zwar der Austausch an sich ohne Gegenleistung erfolgt, aber auf Neudeutsch sogenannte &#8220;Filesharer&#8221; durchschnittlich sehr viel eher und mehr Medien-Produkte erwerben als der Teil der &#8220;Nicht-Sharer&#8221;.</p><p>Es gibt Argumente auf beiden Seiten zuhauf, Tatsache ist, dieses möglicherweise unrechtmäßige Weitergeben von Inhalten ist mit rechtlichen Schritten nicht zu stoppen, dafür ist dieser Zug einfach viel zu schnell unterwegs.</p><p>Die Lobbygruppen versuchen deswegen in der Politik Sperrmaßnahmen &#8220;gewaltsam&#8221; durchzusetzen, um ihre Produkte eben auch in der Online-Welt wirksamer zu schützen; nehmen sich aber gleichzeitig Vorzugsrechte heraus (z.B. Wenn Dir ein Kinofilm nicht gefällt, kriegst dein Geld nicht wieder; beim Fernseher vom Mediamarkt kannst&#8217;s Dir einen Monat überlegen).</p><h2>Mobile Kommunikation</h2><p>Nirgendwo lassen sich so schnell Gleichgesinnte finden und vor allem koordinieren wie im Internet. Es muss nicht immer Politik das Thema sein, auch stark betroffen sind Wissenschaft und Forschung.</p><p>Die Regierung schafft es nicht mehr, zumindest grob den Überblick zu behalten über aktuelle Themen; und worüber sie nichts wissen, müssen sie spekulieren. Und treffen womöglich völlig falsche Entscheidungen.</p><h2>Ländergrenzen und Strafverfolgung</h2><p>Die Arbeit der Polizei war vor 20 Jahren noch sehr einfach: Ein Bösewicht in Deutschland wurde von unseren Beamten gejagt, wenn er&#8217;s über die Grenze nach Österreich geschafft hatte, gab&#8217;s einen Anruf und die Kollegen drüben haben übernommen.</p><p>Jetzt ist das nicht mehr so einfach. Was passiert denn, wenn Inhalte (eben KiPo) in einigen zum Glück wenigen Ländern nicht strafbar ist oder nicht verfolgt wird?</p><p>Unsere Polizei kann ja nicht einfach rüberfahren und die Rechner beschlagnahmen oder die irgendwie online über&#8217;s Internet selbst Hand anlegen.</p><p>Anmerkung: Es betrifft hier offenbar nur ganz selten Kinderpornographie, die meisten Fälle scheinen Betrugsfälle (Geldwäsche, Steuerhinterziehung, usw.) zu sein, wie auch die Berichterstattung rennommierterer Magazine (Zeit, Spiegel, FAZ) der letzten Monate eindrucksvoll dokumentiert.</p><h1>Fazit</h1><p>Wenn das alles aber an die große Glocke gehängt würde, verstünden auch Nicht-Techniker, worum es in Wahrheit geht: Dass die Freiheit des Einzelnen möglicherweise massivst beschnitten werden soll.</p><p>Und die Konsequenzen (wobei ich da eigentlich aber nicht mehr sicher bin hier in Deutschland) <em>davon </em>könnt ihr euch an 10 Fingern abzählen&#8230;</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.mcseven.me/2009/05/internetzensur-warum-eigentlich/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> </channel> </rss>
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