Social-Unlinking am Beispiel von Facebook

Inhaltsverzeichnis

 

1. Vorwort Inhalt

Die meisten großen sozialen Netzwerke bieten inzwischen die Möglichkeit, Inhalte im Internet auch im eigenen internen geschützen Bereich des Netzwerks verfügbar zu machen, zu teilen. Gefällt mir eine Seite, so gebe ich die URL dazu an, die Plattform ruft die URL auf und versucht anhand von Data-Mining eine möglichst knappe Übersicht davon in meiner Hauptseite darzustellen.

Inzwischen aber sind die Plattformen dazu übergegangen, mit technischen Hilfsmitteln direkt auf den fremden Seiten Links („Like-Button“) anzubieten, mit denen ein Benutzer auf der dritten Seite eine Verknüpfung zwischen sich (seinem Plattformprofil) und der dritten Seite (z.B. IMDB) herstellen kann.

Im Prinzip eine gute Sache, denn wer es nicht braucht, der benutzt es einfach nicht. Schaden oder Mißbrauch entsteht ja keiner, oder?

2. Eine Ode an die Technik Inhalt

Leider ist das nicht ganz richtig. Es verhält nämlich sich so:

Sobald Du Dich bei Deiner Plattform, nehmen wir Facebook als Beispiel, einloggst, werden ein Haufen Identifizierer -sogenannte Cookies- in Deinem Webbrowser gespeichert. Es erkennt daran, dass Du der Benutzer XYZ bist, aus welchem Land Du kommst, welchen Webbrowser Du benutzt, und viele andere Dinge. Im Wesentlichen lässt sich damit verhindern, dass jemand durch Abhören Deiner Verbindung auf seinem eigenen System sich als Dich ausgeben kann.

Mit anderen Worten: Bei jedem Seitenaufruf durch Dich werden sehr viele Informationen zwischen Deinem Browser und Facebook ausgetauscht.

Der nette Nebeneffekt ist, dass Du Dich nicht jedesmal bei einem Klick in Facebook einloggen musst. Die Plattform weiß ja, wer Du bist, und gewährt Dir daher die Rechte dazu.

Jetzt wird es ein bisschen schwieriger:

  • Fakt eins: Auch wenn Du Dich ausloggst oder den Browser schließt, bleiben die meisten der oben genannten Cookies bestehen. Das heißt, Facebook weiß auch morgen noch, wer Du bist, obwohl Du dich noch gar nicht eingeloggt hattest.
  • Fakt zwei: Bei jeder Anfrage an Facebook, also bei jedem Bild, jeder Seite, jedem Text und auch jedem Stück Programmcode („JavaScript“), welche Dein Browser von Facebook anfragt, werden alle diese Cookies mitgesendet.
    Facebook weiß also immer, wer welches Bild, Text, usw. herunterladen und anschauen möchte, und das selbst dann, wenn Du nicht eingeloggt bist.
  • Fakt drei: Es spielt keine Rolle, auf welcher Seite Du gerade surfst. Bist Du beispielsweise bei www.imdb.de unterwegs, und würde IMDB ein Bild von Facebook (und sei es nur das Facebook-Logo!) auf seiner Seite darstellen, dann würde Dein Browser:
    1. Von IMDB Inhalte laden
    2. An Facebook Deine Identifizierung („Cookies“) senden
    3. Von Facebook das Titellogo laden

    Auch kann unter Umständen durch die Dauer der Anzeige, sprich wie lange es braucht, bis Du Dir ein neues Bild von Facebook lädst, darauf geschlossen werden, wie lange Du die Seite angesehen hast, und daraus, wie interessant der Inhalt für Dich war.

Facebook weiß damit ziemlich sicher über Dich, wann Du Dir wo Informationen über welchen Film angesehen hast. Nun kann man das bei Filmen sicher noch nachsehen, was aber bei politischen Inhalten? Was hat es Facebook oder irgendeine andere soziale Plattform zu interessieren, was Du Dir wann anschaust?

Meiner Meinung absolut nichts! Zeit, sich ein Stück Freiheit wiederzuholen.

3. Fleißige Helferlein Inhalt

Aus der Not geboren wurde für den Firefox das nette Plugin Adblock Plus, das der Werbeflut im Internet Einhalt gebieten soll. Sein Einsatz ist nicht unumstritten, leben doch viele Seiten von der Darstellung der Werbung.

Nun gut, jeder muss das mit sich selbst ausmachen, wir werden es benutzen, um Facebooks Inhalte auch nur von dort zu laden, wenn wir uns gerade auf der Seite befinden.

Unser Filter soll also:

  1. Alle Inhalte von Facebook blockieren (Iframes, Scripts, Images, Links, usw.)
  2. Das auf allen Seiten des Internet
  3. Es sei denn, wir surfen gerade auf facebook.com

Eine Winzigkeit gibt es noch zu beachten: Facebook lädt statische Inhalte von einer anderen Domäne. Der Filter muss das berücksichtigen.

Hier also die beiden Zeilen:

Diese Zeilen einfach in den Adblock Plus Einstellungen hinzufügen und schon ist man wieder sicher.

Es empfiehlt sich eine Gegenprobe mit Firebug, bei mir hat bislang alles geklappt.

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